Ampullenadenom: Ihren Pathologiebericht verstehen

von Jason Wasserman MD PhD FRCPC und Jordan Sim MD FRCPC
August 21, 2024


Hintergrund:

Ein ampulläres Adenom ist ein nicht krebsartiges Wachstum, das sich in der Ampulla Vateri bildet. Die Ampulle ist eine kleine Öffnung, in der die Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge zusammentreffen und ihre Flüssigkeiten in einen Teil des Dünndarms, den sogenannten Zwölffingerdarm, entleeren. Diese Flüssigkeiten helfen bei der Zerlegung der Nahrung während der Verdauung. Während ein Adenom gutartig (nicht bösartig), kann sich jedoch zu Krebs entwickeln, wenn es nicht behandelt wird.

Was sind die Symptome eines ampullären Adenoms?

Bei Menschen mit einem Ampulladenom können Symptome wie Bauchschmerzen, Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut oder Augen), Übelkeit, Erbrechen oder unbeabsichtigter Gewichtsverlust auftreten, wenn das Adenom groß genug ist, um die Gallen- oder Bauchspeicheldrüsengänge zu blockieren. Einige Patienten haben möglicherweise keine Symptome und das Adenom kann bei einem Test auf eine andere Erkrankung gefunden werden.

Was verursacht ein ampulläres Adenom?

Die genaue Ursache ampullärer Adenome ist nicht immer klar. Sie können mit Veränderungen (Mutationen) in bestimmten Genen zusammenhängen, die abnormales Zellwachstum verursachen. Manche Menschen haben aufgrund genetischer Erkrankungen ein höheres Risiko, diese Wucherungen zu entwickeln.

Welche Syndrome sind mit ampullären Adenomen verbunden?

Ampulläre Adenome können mit einer genetischen Erkrankung namens familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) in Verbindung gebracht werden. Diese Erkrankung verursacht Hunderte bis Tausende Polypen (kleine Wucherungen) im Dickdarm und anderen Teilen des Verdauungssystems, einschließlich der Ampulle. Diese Polypen haben ein höheres Risiko, sich zu Krebs zu entwickeln, wenn sie unbehandelt bleiben.

Wie wird die Diagnose eines ampullären Adenoms gestellt?

Die Diagnose eines ampullären Adenoms wird in der Regel durch bildgebende Verfahren wie eine Endoskopie oder MRT gestellt, und eine Biopsie. Bei einer Endoskopie wird ein flexibler Schlauch mit einer Kamera in den Dünndarm eingeführt, sodass der Arzt das Adenom sehen und eine kleine Gewebeprobe entnehmen kann. Diese Probe wird unter dem Mikroskop untersucht, um die Diagnose zu bestätigen.

Histologische Typen von ampullären Adenomen

Ampulläre Adenome können in zwei Haupttypen unterteilt werden: intestinale und pankreatobiliäre. Jeder Typ weist unterschiedliche mikroskopische Merkmale auf und birgt unterschiedliche Risiken.

  • Ampulläres Adenom vom intestinalen Typ: Diese Art von Adenom ähnelt unter dem Mikroskop der Auskleidung des Dünndarms. Es hat normalerweise fingerartige Ausstülpungen, die Zotten genannt werden. Das Risiko, dass sich dieser Typ in Krebs verwandelt, ist im Allgemeinen geringer als beim pankreatobiliären Typ.
  • Ampulläres Adenom vom pankreatobiliären Typ: Dieser Typ ähnelt unter dem Mikroskop eher der Auskleidung der Bauchspeicheldrüse oder der Gallengänge. Er weist eher drüsenartige Strukturen auf. Das Risiko, dass dieser Typ zu Krebs wird, ist höher, daher ist es wichtig, den Typ zu identifizieren. Wenn das Adenom vom pankreatobiliären Typ ist, empfehlen Ärzte möglicherweise eine genauere Überwachung oder eine aggressivere Behandlung, um Krebs vorzubeugen.

Was bedeutet Dysplasie?

Dysplasie bezieht sich auf abnorme Veränderungen in den Zellen des Adenoms. Je nachdem, wie abnorm die Zellen unter dem Mikroskop aussehen, können sie als niedriggradig oder hochgradig klassifiziert werden.

  • Ampulläres Adenom mit geringgradiger Dysplasie: Bei niedriggradiger Dysplasie sind die Zellen hyperchromatisch (dunkler) und die Kerne sind größer und länger als normal. Das Risiko, dass sich diese Zellen in Krebs verwandeln, ist relativ gering.
  • Ampulläres Adenom mit hochgradige Dysplasie: Bei hochgradiger Dysplasie sind die Zellen abnormaler und bilden unregelmäßig geformte und eng beieinander liegende DrüsenDas Risiko, dass sich ein Adenom mit hochgradiger Dysplasie zu Krebs entwickelt, ist hoch, und wenn möglich sollte das gesamte Adenom entfernt werden..

Wie hoch ist das Risiko, dass sich aus einem ampullären Adenom Krebs entwickelt?

Das Risiko, dass sich ein ampulläres Adenom zu Krebs entwickelt, hängt von seinem histologischen Typ ab. Darmtyp Adenome bergen ein geringeres Risiko, sich in Krebs zu verwandeln, aber dieses Risiko besteht immer noch, insbesondere in Fällen mit hochgradiger Dysplasie. Andererseits pankreatobiliärer Typ Bei Adenomen besteht ein viel höheres Risiko, dass sich zu Krebs entwickelt. Aus diesem Grund ist bei diesen Adenomen häufig eine sorgfältigere Überwachung erforderlich und ein früheres Eingreifen kann erforderlich sein.

Komplett Resektionoder Entfernung des Adenoms ist der beste Weg, das Krebsrisiko zu senken. Durch die Entfernung des gesamten Adenoms können Ärzte verhindern, dass sich verbleibende abnormale Zellen zu Krebs entwickeln. Dies ist besonders wichtig bei Adenomen mit hochgradiger Dysplasie oder solchen vom pankreatobiliären Typ, bei denen das Krebsrisiko deutlich höher ist. Regelmäßige Nachuntersuchungen sind auch wichtig, um auf ein Wiederauftreten oder Neuwachstum zu achten.

 

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