Ihr Pathologiebericht zur Langerhans-Zell-Histiozytose

von Jason Wasserman MD PhD FRCPC und Aleksandra Paliga MD FRCPC
3. Januar 2026


Langerhans-Zell-Histiozytose Die Langerhans-Zell-Histiozytose ist eine seltene Erkrankung des Immunsystems, bei der sich ein bestimmter Typ von Immunzellen unkontrolliert vermehrt und in Geweben ansammelt, in denen er normalerweise nicht vorkommt. Diese abnormen Zellen ähneln Langerhans-Zellen, die als Immunzellen an der Abwehr von Infektionen und Entzündungen beteiligt sind. Bei der Langerhans-Zell-Histiozytose vermehren sich diese Zellen klonal (nicht zufällig) und bilden Läsionen, die umliegendes Gewebe schädigen können.

Die Langerhans-Zell-Histiozytose kann ein einzelnes Organ oder Organsystem (meist die Knochen) oder mehrere Organe gleichzeitig betreffen. Das Ausmaß der Organbeteiligung ist einer der wichtigsten Faktoren, die Symptome, Behandlung und Prognose beeinflussen.

Wo tritt die Langerhans-Zell-Histiozytose auf?

Der Ort der Erkrankung hängt davon ab, ob ein einzelnes Organsystem oder mehrere Organsysteme betroffen sind.

Bei Erkrankungen, die nur ein Organsystem betreffen, sind am häufigsten die Knochen betroffen, insbesondere Schädel, Oberschenkelknochen, Wirbelsäule, Becken, Rippen und Kiefer. Seltener können Haut, Lymphknoten oder Lunge befallen sein.

Bei Multisystemerkrankungen können mehrere Organe gleichzeitig betroffen sein. Am häufigsten betroffen sind Haut, Knochen, Leber, Milz und Knochenmark. In fortgeschrittenen Fällen können auch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden.

Was sind die Symptome einer Langerhanszell-Histiozytose?

Die Symptome variieren stark je nach Anzahl der betroffenen Organe und je nachdem, welche Organe betroffen sind.

Erkrankung eines einzelnen Organsystems

Die Langerhans-Zell-Histiozytose, die nur ein Organsystem betrifft, tritt meist bei älteren Kindern oder Erwachsenen auf. Bei Knochenbeteiligung klagen die Patienten typischerweise über lokalisierte Schmerzen, die durch eine destruktive Läsion im Knochen verursacht werden. Der betroffene Bereich kann druckempfindlich, geschwollen oder bruchgefährdet sein. Läsionen im Schädel oder Kiefer können sich als Knoten oder Gesichtsasymmetrie bemerkbar machen.

Wenn die Krankheit den Schädel oder nahegelegene Hirnstrukturen betrifft, kann eine Schädigung der Hirnanhangdrüse zu Diabetes insipidus führen, einer Erkrankung, die übermäßigen Durst und häufiges Wasserlassen verursacht.

Wenn eine Erkrankung nur ein Organsystem betrifft, nämlich die Haut oder die Lymphknoten, kann sie sich als lokalisierter Ausschlag oder Knoten äußern.

Multisystemische Erkrankung

Die multisystemische Langerhans-Zell-Histiozytose tritt häufiger bei Säuglingen und Kleinkindern auf und verläuft tendenziell schwerer. Betroffene Patienten können Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Müdigkeit aufweisen. Hautausschläge und multiple Knochenläsionen sind häufig.

Eine Beteiligung der Leber, der Milz oder des Knochenmarks kann zu einer Vergrößerung dieser Organe und zu Blutbildveränderungen (Zytopenien) führen. Diese Merkmale deuten auf ein höheres Krankheitsrisiko hin und erfordern in der Regel eine intensivere Behandlung.

Wie häufig ist die Langerhans-Zell-Histiozytose?

Bei Kindern tritt die Langerhans-Zell-Histiozytose mit einer Häufigkeit von etwa 5 Fällen pro Million Einwohner und Jahr auf. Bei Erwachsenen ist sie seltener, mit einer Inzidenz von 1–2 Fällen pro Million Einwohner und Jahr. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen, und die Erkrankung wird vermehrt bei Personen europäischer oder hispanischer Abstammung beobachtet.

Die Langerhans-Zell-Histiozytose kann allein oder, selten, zusammen mit anderen histiozytären Erkrankungen wie der Erdheim-Chester-Krankheit auftreten.

Was verursacht die Langerhans-Zell-Histiozytose?

Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Die Krankheit ist nicht erblich.

Forschungen haben gezeigt, dass die Langerhans-Zell-Histiozytose durch erworbene genetische Faktoren verursacht wird. Mutationen Diese Mutationen beeinflussen einen Signalweg in Zellen, den sogenannten MAPK-Signalweg. Eine genetische Mutation ist eine Veränderung der DNA, der Bauanleitung der Zellen. Solche Mutationen führen dazu, dass Immunzellen länger überleben als üblich und sich im Gewebe ansammeln.

Die häufigste Mutation betrifft das BRAF-Gen (genauer gesagt die BRAF-Mutation p.Val600Glu). In anderen Fällen treten Mutationen in verwandten Genen wie MAP2K1 auf. Diese Mutationen tragen dazu bei, zu erklären, warum die Erkrankung sowohl entzündliche als auch krebsartige Merkmale aufweisen kann.

Wie erfolgt die Diagnose?

Die Diagnose erfolgt durch die Untersuchung einer Biopsieprobe unter dem Mikroskop und die Bestätigung der Identität der abnormalen Zellen mit speziellen Tests.

Mikroskopische (pathologische) Merkmale

Unter dem Mikroskop sind die abnormalen Zellen bei Langerhans-Zell-Histiozytose mittelgroß und weisen charakteristische Furchen oder Faltungen auf. Kerne, oft als „kaffeebohnenförmig“ beschrieben. Chromatin Im Inneren des Zellkerns ist alles in Ordnung, und die Nukleoli sind klein oder unauffällig. Zytoplasma ist mäßig häufig und hellrosa.

Diese Zellen finden sich üblicherweise in einem gemischten entzündlichen Milieu, das häufig Folgendes umfasst: EosinophileEs handelt sich dabei um eine Art weißer Blutkörperchen, die häufig bei dieser Erkrankung vorkommt. Auch andere Immunzellen wie Lymphozyten und Makrophagen können vorhanden sein. In Knochenläsionen können Zellen beobachtet werden, die Osteoklasten ähneln.

In frühen Läsionen sind Langerhans-Zellen zahlreich vorhanden. In älteren Läsionen können sie weniger sein, wobei sie durch vermehrtes Fibrosegewebe und schaumige Makrophagen ersetzt werden.

Immunhistochemie

Immunhistochemie verwendet spezielle Farbstoffe, um von Zellen hergestellte Proteine ​​zu identifizieren.

Zellen der Langerhans-Zell-Histiozytose exprimieren charakteristischerweise CD1a und CD207 (Langerin) sowie das S100-Protein. Diese Marker bestätigen den Langerhans-Zell-Phänotyp der Zellen. CD68 und HLA-DR sind ebenfalls häufig positiv.

In vielen Fällen kann die BRAF-Mutation p.Val600Glu durch eine spezifische Färbung nachgewiesen werden, was die Entscheidung über die Behandlung erleichtert.

Molekulare Tests

Molekulare Tests Dabei werden genetische Veränderungen in den Langerhans-Zellen untersucht, die Aufschluss darüber geben, warum die Krankheit entstanden ist und wie sie sich verhalten kann. Diese Tests werden üblicherweise an Biopsiegewebe mit Methoden wie beispielsweise der digitalen Untersuchung durchgeführt. Sequenzierung der nächsten Generation, PCR-basiert Mutationstests oder, in einigen Fällen, Immunhistochemie Entwickelt zur Erkennung spezifischer Mutationen.

Die Ergebnisse werden üblicherweise durch Nennung des betroffenen Gens und der spezifischen Mutation berichtet, z. B. BRAF p.Val600Glu (V600E) oder MAP2K1-Mutation. Im Bericht kann außerdem angegeben werden, ob die Mutation vorhanden (positiv) oder nicht nachweisbar (negativ) ist. Der Nachweis einer Mutation im MAPK-Signalweg kann die Diagnose bestätigen und die Therapieentscheidung unterstützen, insbesondere bei Patienten mit rezidivierender oder systemischer Erkrankung.

Wie wird die Langerhans-Zell-Histiozytose in Stadien eingeteilt?

Die Stadieneinteilung basiert auf der Anzahl der betroffenen Organe, nicht auf der Tumorgröße.

  • Bei einer Erkrankung eines einzelnen Organsystems ist ein Organ oder Organsystem betroffen, entweder an einer einzelnen Stelle oder an mehreren Stellen.

  • Bei einer Multisystemerkrankung sind zwei oder mehr Organe oder Organsysteme betroffen.

Bestimmte Organe, wie Leber, Milz und Knochenmark, gelten als Risikoorgane. Ihre Beteiligung deutet auf ein höheres Krankheitsrisiko hin.

Wie ist die Prognose für eine Person mit Langerhans-Zell-Histiozytose?

Die Prognose hängt in erster Linie vom Ausmaß der Erkrankung bei der Diagnose ab.

Patienten mit einer Erkrankung, die nur ein Organsystem betrifft, haben eine ausgezeichnete Prognose, die Überlebensrate liegt bei nahezu 100 %. Viele Fälle heilen mit einer begrenzten Behandlung vollständig aus.

Patienten mit Multisystemerkrankungen, insbesondere bei Beteiligung von Risikoorganen, haben einen komplexeren Krankheitsverlauf, weisen aber dank moderner Therapien dennoch eine relativ niedrige Gesamtmortalitätsrate auf. Langzeitkomplikationen können auftreten, insbesondere bei Patienten mit Beteiligung der Hypophyse oder des Gehirns.

Bestimmte genetische Mutationen, insbesondere BRAF p.Val600Glu, sind mit einem höheren Rückfallrisiko verbunden und können die Behandlungswahl beeinflussen.

Fragen an Ihren Arzt

  • Handelt es sich bei meiner Erkrankung um eine Einzelsystem- oder eine Multisystemerkrankung?
  • Welche Organe sind beteiligt?
  • Wurde eine molekulargenetische Untersuchung durchgeführt und wurden dabei Mutationen festgestellt?
  • Welche Behandlungsoptionen werden für mein Krankheitsstadium empfohlen?
  • Welche Langzeitnachsorge wird erforderlich sein?
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