ALK: Definition

von Jason Wasserman MD PhD FRCPC
6. April 2026


ALK Die anaplastische Lymphomkinase (ALK) ist ein Gen, das normalerweise eine Rolle bei der Entwicklung von Nervenzellen spielt. In gesundem Gewebe von Erwachsenen ist das ALK-Gen praktisch inaktiv und produziert daher nur wenig bis gar kein Protein. Bei manchen Krebsarten führt jedoch eine Strukturveränderung der DNA dazu, dass das ALK-Gen mit einem anderen Gen fusioniert – ein Prozess, der als Fusion bezeichnet wird. NeuordnungDiese Fusion erzeugt ein abnormales, dauerhaft aktives Protein, das das Wachstum von Krebszellen fördert. Da der Tumor zum Überleben auf dieses abnormale Protein angewiesen ist, können sogenannte ALK-Inhibitoren es gezielt blockieren – und erzielen oft starke und anhaltende Wirkungen. ALK-Tests werden am häufigsten bei Lungenkrebs und bestimmten Lymphomen durchgeführt, da das Ergebnis die Therapieentscheidungen direkt beeinflusst.


Warum testen Pathologen auf ALK?

ALK-Tests werden aus zwei Hauptgründen durchgeführt:

  • Um die Eignung für eine zielgerichtete Therapie festzustellen. ALK-Inhibitoren – Medikamente wie Alectinib, Brigatinib und Lorlatinib – sind speziell dafür entwickelt, das abnorme ALK-Protein zu blockieren. Sie wirken nur in Tumoren, die eine ALK-Genveränderung aufweisen. Der Nachweis dieser Veränderung ist Voraussetzung für die Anwendung dieser Therapien.
  • Um die Art des Tumors zu bestätigen. Bei einigen Krebsarten, insbesondere beim anaplastischen großzelligen Lymphom und beim inflammatorischen myofibroblastischen Tumor, ist das Vorhandensein oder Fehlen von ALK Teil der Klassifizierung des Tumors und beeinflusst Prognose und Behandlung.

Bei welchen Krebsarten wird häufig auf ALK getestet?

ALK-Tests sind besonders wichtig in folgenden Fällen:

  • Lungenadenokarzinom Etwa 3–7 % der Lungenadenokarzinome weisen eine ALK-Genveränderung auf. Dies ist einer der wichtigsten Biomarker bei Lungenkrebs, da ALK-Inhibitoren in dieser Patientengruppe hochwirksam sind und die Standardchemotherapie oft übertreffen. Ausführliche Informationen finden Sie im entsprechenden Artikel. ALK-Rearrangements bei Lungenkrebs.
  • ALK-positives anaplastisches großzelliges Lymphom (ALCL) — eine Art von Lymphom, bei dem das ALK-Gen mit einem Gen namens NPM1 fusioniert. ALK-positives ALCL hat im Allgemeinen eine bessere Prognose als ALK-negatives ALCL, und das ALK-Ergebnis ist ein wichtiger Bestandteil der Diagnose.
  • Entzündlicher myofibroblastischer Tumor (IMT) — ein Weichteiltumor, bei dem ALK-Rearrangements häufig vorkommen und Teil der Diagnosekriterien sind.

ALK-Veränderungen finden sich auch in einigen anderen Tumorarten, darunter Schilddrüsenkarzinome, Speicheldrüsenkarzinome und seltene Subtypen von Nierenkrebs. Diese Fälle stellen jedoch weitaus seltenere Anwendungsgebiete für ALK-Tests dar.

Wie wird ALK getestet?

Pathologen verwenden verschiedene Methoden zum Nachweis von ALK, oft in Kombination:

  • Immunhistochemie (IHC) Die Immunhistochemie (IHC) weist das ALK-Protein direkt im Tumorgewebe nach. Da normale adulte Zellen praktisch kein ALK-Protein produzieren, ist eine starke positive Färbung ein zuverlässiger Indikator für eine ALK-Rearrangierung. Die IHC ist schnell und weit verbreitet, und ein stark positives Ergebnis reicht oft aus, um eine Behandlung einzuleiten.
  • FISH (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung) Die FISH-Analyse untersucht die DNA direkt, um eine physikalische Veränderung des ALK-Gens nachzuweisen. Sie dient zur Bestätigung uneindeutiger IHC-Ergebnisse und wird in manchen Fällen als primärer Test eingesetzt.
  • Sequenzierung der nächsten Generation (NGS) Es analysiert viele Gene gleichzeitig und kann ALK-Rearrangements sowie andere wichtige Biomarker in einem einzigen Test nachweisen. Dies ist die bevorzugte Methode in den meisten großen Krebszentren.

Wie Ergebnisse berichtet werden

ALK-Ergebnisse werden entweder als positiv oder negativ gemeldet:

  • ALK-positiv (oder ALK-Rearrangement nachgewiesen) Im Tumor wurde eine abnorme ALK-Veränderung festgestellt. Bei Lungenkrebs bedeutet dies, dass eine Therapie mit ALK-Inhibitoren angezeigt ist. Bei ALCL bestätigt die ALK-Positivität den ALK-positiven Subtyp und ist mit einer besseren Prognose als bei ALK-negativer Erkrankung verbunden. Bei IMT unterstützt sie die Diagnose.
  • ALK-negativ (oder ALK-Rearrangement nicht nachweisbar) Es wurde keine abnorme ALK-Veränderung festgestellt. Bei Lungenkrebs bedeutet dies, dass ALK-Inhibitoren voraussichtlich nicht wirksam sind und die Behandlung anhand anderer Biomarker gesteuert wird. Bei Lymphomen identifiziert es den ALK-negativen Subtyp, der eine andere Prognose hat und möglicherweise einen anderen Behandlungsansatz erfordert.

Fragen an Ihren Arzt

  • Wurde mein Tumor auf ALK getestet, und wie lautete das Ergebnis?
  • Bin ich aufgrund meines ALK-Ergebnisses für eine ALK-gerichtete Therapie geeignet?
  • Welche anderen Biomarker wurden neben ALK getestet und was zeigten sie?

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