Calcitonin Calcitonin ist ein Hormon, das von spezialisierten Zellen der Schilddrüse, den sogenannten C-Zellen (auch parafollikuläre Zellen genannt), produziert wird. Seine Hauptaufgabe im Körper ist die Regulierung des Blutkalziumspiegels: Steigt der Kalziumspiegel zu stark an, senkt Calcitonin ihn, indem es den Knochenabbau verlangsamt und die Freisetzung von Kalzium ins Blut reduziert. In der Pathologie ist Calcitonin als diagnostischer Marker wichtig: Da C-Zellen normalerweise Calcitonin produzieren, sind Tumore, die von C-Zellen ausgehen – insbesondere medulläres Schilddrüsenkarzinom — dieses Hormon weiterhin zu produzieren, und der Nachweis von Calcitonin im Gewebe oder dessen Messung im Blut ist ein wichtiger Bestandteil der Diagnose und Überwachung dieser Krebsart.
Die Calcitonin-Bestimmung in der Pathologie dient zwei Hauptzwecken:
Pathologen weisen Calcitonin im Gewebe mithilfe einer Technik nach, die als Immunhistochemie (IHC)Ein Antikörper, der spezifisch an das Calcitonin-Protein bindet, wird auf eine dünne Scheibe Schilddrüsen- oder Tumorgewebe auf einem Objektträger aufgetragen. Wo Calcitonin vorhanden ist, löst der Antikörper eine Farbveränderung aus – typischerweise braun –, die unter dem Mikroskop sichtbar ist. Die Färbung erscheint in der Zytoplasma der C-Zellen.
Normale C-Zellen sind in geringer Anzahl im gesamten Schilddrüsengewebe verteilt und weisen eine positive Calcitonin-Färbung auf. Beim medullären Schilddrüsenkarzinom zeigen deutlich mehr Zellen eine positive Färbung, oft intensiv und über große Bereiche der Gewebeprobe.
Die Ergebnisse der Calcitonin-IHC-Untersuchung werden entweder als positiv oder negativ angegeben:
Ja. Calcitonin dient nicht nur als Gewebemarker, sondern ist auch eines der wenigen Hormone, die als blutbasierter Tumormarker eingesetzt werden. Da MTC-Zellen Calcitonin produzieren und in den Blutkreislauf abgeben, kann die Messung des Calcitoninspiegels in einer Blutprobe Folgendes ermöglichen:
Etwa 25 % der medullären Schilddrüsenkarzinome sind erblich bedingt und werden durch eine vererbte Mutation verursacht. das RET-GenDiese erblichen Formen sind mit einer Erkrankung namens multiple endokrine Neoplasie Typ 2 (MEN2) assoziiert, bei der Betroffene ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines medullären Schilddrüsenkarzinoms (MTC), bestimmter Nebennierentumoren (Phäochromozytom) und anderer endokriner Erkrankungen aufweisen. Da Calcitonin der charakteristische Marker für MTC ist, spielt die Calcitoninbestimmung – sowohl im Gewebe als auch im Blut – eine zentrale Rolle beim Screening und der Überwachung von Personen und Familien, die bekanntermaßen Träger des entsprechenden Gens sind. RET Mutation.
Weitere Informationen zu MTC und seinen erblichen Formen finden Sie unter Leitfaden zur Diagnose des medullären Schilddrüsenkarzinoms.