Candida Spezies sind eine Gruppe von Hefen (eine Pilzart), die häufig in der Umwelt und auf oder im menschlichen Körper vorkommen. Diese Organismen sind Teil der normalen Mikrobiota und leben daher harmlos auf der Haut, im Mund, im Verdauungstrakt und im Genitalbereich vieler gesunder Menschen.
Unter bestimmten Bedingungen kann sich Candida übermäßig ausbreiten und eine Infektion verursachen. Diese Infektionen, bekannt als Candidiasis, treten häufiger auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist oder Antibiotika das normale Bakteriengleichgewicht stören.
Die häufigste Art ist Candida albicans, aber auch andere Arten wie Candida glabrata, Candida tropicalis und Candida krusei werden immer häufiger.
Candida kann sowohl leichte als auch schwere Infektionen verursachen, abhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand der Person und dem Ort der Infektion.
Mundsoor – weiße Flecken im Mund oder Rachen, oft mit Schmerzen oder Schluckbeschwerden.
Vaginale Hefeinfektionen – Juckreiz, dicker weißer Ausfluss, Beschwerden beim Wasserlassen oder beim Sex.
Hautinfektionen – rote, juckende Ausschläge an feuchten Stellen wie der Leistengegend, den Achseln oder unter den Brüsten.
Harnwegsinfektionen (HWI) – können Brennen, Harndrang oder trüben Urin verursachen.
Candidämie – Infektion im Blutkreislauf, die häufig bei Menschen auftritt, die im Krankenhaus sind oder ein geschwächtes Immunsystem haben.
Infektionen in Organen – wie Leber, Nieren, Augen (Endophthalmitis) oder Knochen (Osteomyelitis).
Speiseröhrenkrebs-Candidose – tritt häufig bei Menschen mit HIV oder geschwächtem Immunsystem auf und verursacht Schmerzen beim Schlucken und Beschwerden in der Brust.
Jeder kann eine Candida-Infektion bekommen, das Risiko ist jedoch höher bei Menschen mit:
Geschwächtes Immunsystem (aufgrund von Krebs, HIV oder Chemotherapie).
Diabetes.
Kürzliche Einnahme von Antibiotika.
Lange Krankenhausaufenthalte, insbesondere auf der Intensivstation.
Medizinische Geräte wie Katheter, Ernährungssonden oder zentrale Leitungen.
Kürzlich durchgeführte Operationen, insbesondere im Magen-Darm-Trakt.
Frühgeborene mit niedrigem Geburtsgewicht.
Schlecht eingestellter Blutzucker oder kürzliche Einnahme von Steroiden.
Candida auris ist eine neuere und gefährlichere Candida-Art, die gegen viele Medikamente resistent ist. Sie kann lebensbedrohliche Infektionen verursachen, insbesondere bei Menschen in Langzeitpflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern. Sie verbreitet sich leicht von Mensch zu Mensch und ist im Gesundheitswesen nur schwer zu eliminieren.
Seit dem ersten Fall in den USA im Jahr 2016 steigt die Zahl der Infektionen. Die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) beobachten C. auris aufmerksam.
Die Diagnose hängt davon ab, wo die Infektion auftritt:
Abstriche oder Abschabungen aus dem Mund, der Vagina oder der Haut können unter dem Mikroskop untersucht werden.
Um Candida in den Harnwegen oder im Blutkreislauf festzustellen, können Urin- oder Blutkulturen angelegt werden.
In schwerwiegenderen Fällen können Gewebeproben untersucht werden.
Candida erscheint unter dem Mikroskop normalerweise als ovale, knospende Hefezellen, manchmal mit Pseudohyphen (Ketten länglicher Zellen). Spezielle Flecken Zum Nachweis von Candida in Gewebeproben können Methoden wie PAS oder Silberfärbungen verwendet werden.
Labore können außerdem Folgendes verwenden:
Kulturtests auf speziellen Medien (z. B. CHROMagar).
PCR-Test zur schnellen Identifizierung.
Keimschlauchtest zur Unterscheidung von C. albicans von anderen Arten.
MALDI-TOF-Massenspektrometrie zur präzisen Artenidentifizierung.
Wenn in Ihrem Pathologiebericht Candida-Arten erwähnt werden, bedeutet dies, dass in der untersuchten Gewebe- oder Flüssigkeitsprobe Hefeorganismen gefunden wurden, die mit Candida vereinbar sind. Dies kann auf dem mikroskopischen Erscheinungsbild der Zellen, den Ergebnissen spezieller Färbungen oder einer Kultur beruhen.
Candida kann auf verschiedene Arten beschrieben werden, beispielsweise:
Knospende Hefe mit Pseudohyphen – häufig bei Candida albicans-Infektionen.
Pilzorganismen, die mit Candida vereinbar sind – gesehen bei Routine- oder spezielle Flecken wie PAS oder GMS.
Positive Kultur für Candida-Arten – aus Urin-, Sputum-, Blut- oder Gewebeproben.
In manchen Fällen kann Candida als Teil der normalen Mikrobiota vorhanden sein und keine Krankheit verursachen. In anderen Fällen, insbesondere wenn Candida im Gewebe oder an einer normalerweise sterilen Stelle (wie Blut oder einem Organ) gefunden wird, deutet dies auf eine echte Infektion hin.
Ihr Arzt wird diesen Befund im Kontext Ihrer Symptome, Ihres Immunstatus und anderer Testergebnisse interpretieren, um zu entscheiden, ob eine Behandlung erforderlich ist.
Die Behandlung von Candida hängt von der Art und dem Ort der Infektion ab.
Topische Behandlungen wie Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin.
Bei stärkeren oder weitverbreiteten Symptomen kann orales Fluconazol eingesetzt werden.
Fluconazol ist oft die erste Wahl.
Bei resistenten Stämmen oder schweren Infektionen können Echinocandine oder Amphotericin B eingesetzt werden.
Einige Candida-Arten sind schwieriger zu behandeln:
C. krusei ist von Natur aus resistent gegen Fluconazol.
C. glabrata reagiert häufig vermindert auf gängige Antimykotika.
Ihr Arzt wird die wirksamste Behandlung basierend auf der Art der Candida, dem Ort der Infektion und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand auswählen.
Welche Art von Candida-Infektion habe ich?
Wie schwerwiegend ist die Infektion?
Welche Behandlung wird empfohlen und wie lange hält sie an?
Sind weitere Untersuchungen oder Kontrolltermine nötig?
Wie kann ich zukünftigen Candida-Infektionen vorbeugen?