In der Pathologie bezeichnet der Begriff „pleomorph“ Zellen, die unter dem Mikroskop sehr unterschiedlich aussehen. Pleomorphe Zellen variieren erheblich in Größe, Form und Farbe. Obwohl Pathologen die gesamte Zelle als pleomorph bezeichnen können, konzentrieren sie sich in der Regel auf das Aussehen des Zellkerns (des Teils, der das genetische Material, die DNA, enthält). So können manche Zellen große und unregelmäßige Zellkerne aufweisen, während andere kleinere, runde Zellkerne besitzen. Diese große Variabilität wird als Pleomorphismus bezeichnet.
Bedeutet pleomorph Krebs?
Der Begriff „pleomorph“ selbst bedeutet nicht zwangsläufig Krebs. Pathologen verwenden ihn als beschreibende Bezeichnung für das ungewöhnliche Aussehen und die Variabilität von Zellen. Pleomorphe Zellen werden jedoch häufiger mit bösartigen Tumoren in Verbindung gebracht. Krebszellen sehen oft abnormal aus und weisen deutliche Unterschiede in Größe und Form auf, was zu Pleomorphismus führt. Pathologen betrachten das Vorhandensein pleomorpher Zellen als einen von vielen Hinweisen darauf, ob ein Tumor gutartig (nicht krebsartig) oder bösartig (krebsartig) ist.
Können pleomorphe Zellen in nicht-krebsartigen Tumoren beobachtet werden?
Obwohl pleomorphe Zellen oft mit Krebs in Verbindung gebracht werden, können sie auch bei bestimmten gutartigen (nicht krebsartigen) Erkrankungen gefunden werden. Beispielsweise kann ein gutartiger Tumor, ein sogenanntes pleomorphes Lipom (ein harmloser Tumor des Fettgewebes), pleomorphe Zellen enthalten. Darüber hinaus können pleomorphe Zellen in normalem Gewebe beobachtet werden, das auf Verletzungen oder Entzündungen reagiert. Daher bestätigt das Vorhandensein pleomorpher Zellen allein noch keine Krebserkrankung, und Pathologen suchen nach weiteren Merkmalen, bevor sie eine Diagnose stellen.
Welche Tumorarten weisen häufig pleomorphe Zellen auf?
Pleomorphe Zellen können in vielen verschiedenen Tumorarten auftreten, sowohl in gutartigen als auch in bösartigen.
Einige Beispiele:
Bösartige Tumore (Krebserkrankungen) :
- Undifferenziertes pleomorphes Sarkom, ein aggressiver Krebs der Weichteile wie Muskel- oder Bindegewebe.
- Hochgradiger Brustkrebs, bei dem pleomorphe Zellen häufig sind und auf einen aggressiveren Tumor hinweisen.
- Lungenkrebs, insbesondere hochgradige Tumoren.
- Melanom (eine Art von Hautkrebs), das oft einen ausgeprägten Pleomorphismus aufweist.
Gutartige Tumoren:
- Pleomorphes Lipom, ein gutartiger Fetttumor, der häufig direkt unter der Haut auftritt und trotz seiner Nichtkrebsart pleomorphe Zellen enthalten kann.
Aufgrund der Vielzahl von Tumoren, die pleomorphe Zellen enthalten, führen Pathologen in der Regel zusätzliche Tests durch, um die Diagnose zu klären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Bedeuten pleomorphe Zellen, dass der Krebs aggressiver ist?
Das Vorhandensein pleomorpher Zellen in einem Krebs deutet im Allgemeinen darauf hin, dass sich der Tumor aggressiver verhält. Tumore mit stark pleomorphen Zellen wachsen oft schnell, breiten sich schneller aus und sind möglicherweise schwieriger zu behandeln. Der Pleomorphismus ist jedoch nur eines von vielen Merkmalen, die Pathologen bei der Bestimmung der Aggressivität eines Tumors berücksichtigen. Weitere wichtige Faktoren sind Tumorgröße, Lokalisation, Zellteilungsgeschwindigkeit (Mitoserate) und das Vorhandensein von Nekrose (Zelltod).
Die Identifizierung pleomorpher Zellen ist daher wichtig, da sie Ärzten hilft, das potenzielle Verhalten eines Tumors zu verstehen. Diese Informationen leiten Behandlungsentscheidungen und stellen sicher, dass jeder Patient die effektivste und angemessenste Behandlung erhält.

