Fibrose: Definition



Fibrose ist ein Prozess, bei dem der Körper in einem Organ oder Gewebe zu viel faseriges Bindegewebe, allgemein bekannt als Narbengewebe, bildet. Dies geschieht in der Regel als Teil der natürlichen Heilungsreaktion Ihres Körpers nach einer Verletzung oder einer langfristigen Entzündung. Während eine Fibrose dabei hilft, Schäden zu reparieren, kann übermäßige Narbenbildung Probleme verursachen, indem sie gesundes Gewebe ersetzt und die normale Struktur und Funktion der Organe stört.

Was verursacht Fibrose?

Mehrere Faktoren können zur Entstehung einer Fibrose beitragen.

Einige häufige Ursachen sind:

  • Chronische Entzündung: Langanhaltende Entzündungen, die durch Erkrankungen wie chronische Hepatitis (langfristige Leberentzündung) oder entzündliche Darmerkrankungen verursacht werden, können zu Fibrose führen.
  • Infektionen: Hartnäckige Infektionen wie Tuberkulose können anhaltende Entzündungen und Fibrose auslösen.
  • Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen, bei denen Ihr Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift, wie etwa rheumatoide Arthritis oder Lupus, können zur Bildung von fibrotischem Gewebe führen.
  • Körperliche Verletzung: Verletzungen, Wunden oder chirurgische Eingriffe können im Rahmen des Heilungsprozesses zu einer Fibrose führen.
  • Belastung mit Schadstoffen: Eine langfristige Belastung mit Giftstoffen, bestimmten Medikamenten oder Umweltschadstoffen kann insbesondere in Organen wie Lunge und Leber zu Fibrosen führen.
  • Strahlentherapie: Eine Strahlenbehandlung bei Krebs kann gesundes Gewebe schädigen und als Nebenwirkung eine Fibrose verursachen.

Wie sieht eine Fibrose unter dem Mikroskop aus?

Unter dem Mikroskop betrachtet, erscheint eine Fibrose als dichte Bänder oder Flecken von Bindegewebe, das durch das Vorhandensein eines Proteins namens Kollagen gekennzeichnet ist. Kollagen verleiht dem Bindegewebe seine zähe und starre Struktur. Fibroblasten, die für die Kollagenproduktion verantwortlichen Zellen, sind in diesem dichten, narbenartigen Gewebe oft sichtbar. Unter dem Mikroskop erscheinen fibrotische Bereiche aufgrund des vorhandenen Kollagens meist rosa und bilden einen starken Kontrast zum umgebenden normalen Gewebe.

Fibrose

Muster und Ausmaß der Fibrose hängen vom betroffenen Organ und der zugrundeliegenden Ursache ab. Beispielsweise manifestiert sich eine Fibrose in der Leber oft als dicke Bänder, die verschiedene Leberbereiche verbinden (Brückenfibrose). Im Gegensatz dazu kann eine Fibrose in der Lunge eine Verdickung der Wände um die Lungenbläschen (Alveolen) beinhalten. Da fibrotisches Gewebe starr und weniger funktionsfähig ist, kann eine übermäßige Fibrose die normale Funktion des betroffenen Organs erheblich beeinträchtigen.

Arten von Fibrose

Fibrose kann in verschiedenen Organen auftreten und der konkrete Fibrosetyp hängt oft von dem Organ ab, in dem sie entsteht.

Typische Beispiele sind:

  • Lungenfibrose: Betrifft die Lunge und erschwert das Atmen.
  • Leberfibrose: Wird häufig durch chronische Lebererkrankungen wie Hepatitis verursacht und kann zu einer Leberzirrhose fortschreiten.
  • Herzfibrose: Tritt im Herzen auf und beeinträchtigt dessen Fähigkeit, Blut effizient zu pumpen.
  • Nierenfibrose: Betrifft die Nieren und kann ihre Fähigkeit beeinträchtigen, Abfallstoffe aus dem Blut zu filtern.
  • Hautfibrose: Tritt häufig bei Erkrankungen wie Sklerodermie auf und führt dazu, dass die Haut dick und straff wird.

Ist eine Fibrose reversibel?

Die Reversibilität einer Fibrose hängt hauptsächlich von ihrer Ursache, ihrem Schweregrad und ihrer Dauer ab. Frühe Stadien der Fibrose können manchmal reversibel sein, wenn die zugrunde liegende Ursache umgehend behandelt wird. Beispielsweise kann sich eine leichte Leberfibrose verbessern, wenn Entzündung oder die Infektion, die sie verursacht, wird wirksam behandelt. Eine fortgeschrittenere Fibrose, bei der sich bereits erhebliches Narbengewebe gebildet hat, ist jedoch in der Regel dauerhaft und kann nur schwer vollständig rückgängig gemacht werden. Die Behandlung konzentriert sich in der Regel darauf, ein weiteres Fortschreiten zu verhindern, die Symptome zu lindern und die Gesamtfunktion des betroffenen Organs zu verbessern.

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