Gefrierschnitt: Definition



Ein Gefrierschnitt ist ein in der Pathologie eingesetzter Test zur schnellen Diagnose einer Gewebeprobe während einer Operation. Man spricht von einem „Gefrierschnitt“, da das Gewebe kurz nach der Entnahme aus dem Körper schnell eingefroren wird. Mit dieser Technik können Pathologen das Gewebe unter einem Mikroskop untersuchen, um innerhalb von Minuten Krankheiten, häufig Krebs, zu identifizieren. Der Hauptzweck eines Gefrierschnittverfahrens besteht darin, Chirurgen dabei zu helfen, unmittelbare Entscheidungen über das Ausmaß der erforderlichen Operation zu treffen, während der Patient noch unter Narkose steht.

Wie wird ein Gefrierschnitt durchgeführt?

  1. Gewebeentfernung: Während der Operation entnimmt der Chirurg eine Gewebeprobe aus dem interessierenden Bereich.
  2. Schnelles Einfrieren: Die Gewebeprobe wird mithilfe eines Kryostats, einem Gerät, das die Temperatur sehr niedrig hält, schnell eingefroren. Durch den schnellen Gefrierprozess bleibt die Gewebestruktur erhalten, ohne dass die in der traditionellen Histopathologie üblichen zeitaufwändigen Fixierungs- und Einbettungsverfahren erforderlich sind.
  3. Schneiden: Der gefrorene Gewebeblock wird dann mit einem Mikrotom im Kryostat in sehr dünne Scheiben geschnitten.
  4. Färbung: Die dünnen Gewebeschnitte werden auf Objektträger montiert, mit Farbstoffen angefärbt, um Zellstrukturen hervorzuheben, und dann mit einem Deckglas abgedeckt.
  5. Mikroskopische Untersuchung: Die gefärbten Objektträger werden von einem Pathologen unter dem Mikroskop untersucht, der nach abnormalen Zellen und anderen Krankheitszeichen sucht.
  6. Diagnose und Kommunikation: Der Pathologe teilt dem Chirurgen die Ergebnisse oft noch während der Operation mit und liefert wichtige Informationen, die chirurgische Entscheidungen beeinflussen können, z. B. ob mehr Gewebe entfernt werden soll, welche Art von Operation durchgeführt werden soll oder ob eine zusätzliche Behandlung erforderlich sein könnte .

Hinweise auf einen Gefrierschnitt

Das Gefrierschnittverfahren wird in der onkologischen Chirurgie am häufigsten verwendet, um:

  • Stellen Sie fest, ob ein Tumor vorliegt gutartig (nicht krebsartig) oder maligne (Krebs).
  • Stellen Sie die vollständige Entfernung eines Tumors sicher, indem Sie die überprüfen Margen (Ränder) des entnommenen Gewebes für Krebszellen.
  • Weisen Sie auf die Notwendigkeit eines weiteren chirurgischen Eingriffs während desselben Eingriffs hin.
  • Bewerten Sie den Status von Lymphknoten in der Nähe eines Tumors.

Einschränkungen einer Gefrierschnittuntersuchung

Während die Gefrierschnittuntersuchung während chirurgischer Eingriffe wichtige Echtzeitinformationen liefert, weist sie im Vergleich zur herkömmlichen Untersuchung von formalinfixiertem, in Paraffin eingebettetem Gewebe mehrere Einschränkungen auf. Zu diesen Einschränkungen gehören:

  • Probenqualität: Der schnelle Gefrierprozess kann zu Artefakten und Verzerrungen in der Gewebestruktur führen, wodurch die genaue Beurteilung einiger Zellen und Gewebemerkmale unter dem Mikroskop schwieriger wird. Dies kann möglicherweise zu einer Fehlinterpretation der Gewebepathologie führen.
  • Untersuchungsumfang: Aus zeitlichen Gründen während der Operation kann nur ein begrenzter Teil der Gewebeprobe untersucht werden. Bei dieser selektiven Untersuchung können Krankheitsbereiche übersehen werden, was zu unvollständigen oder ungenauen Diagnosen führt.
  • Komplexe Fälle: Die Analyse von Gefrierschnitten ist möglicherweise weniger zuverlässig für die Diagnose bestimmter Tumorarten oder spezifischer pathologischer Zustände, die eine detailliertere Untersuchung, spezielle Färbetechniken oder eine molekulare Analyse erfordern, die mit Gefrierschnitten nicht möglich ist.
  • Technische Herausforderungen: Einige Gewebe, beispielsweise solche mit hohem Fettgehalt, lassen sich nicht gut einfrieren, was es schwierig macht, geeignete Schnitte für die mikroskopische Untersuchung zu erstellen. Dies kann die Qualität der Diagnose beeinträchtigen.
  • Genauigkeit: Obwohl die Diagnose von Gefrierschnitten im Allgemeinen zuverlässig ist, kann sie geringer sein als die von Dauerschnitten. Es besteht das Risiko falsch positiver und falsch negativer Ergebnisse, die sich auf chirurgische Entscheidungen auswirken können.
  • Interpretation: Die Interpretation von Gefrierschnitten erfordert erhebliches Fachwissen und ist immer mit einem gewissen Grad an Subjektivität verbunden. Unterschiede in der Erfahrung und dem Urteilsvermögen des Pathologen können zu unterschiedlichen Interpretationen führen.
  • Durchlaufzeit: Obwohl der Eingriff schnell ist, nimmt er dennoch Zeit in Anspruch, was die Dauer der Operation verlängern kann. Dies ist möglicherweise nicht für alle Patienten oder chirurgischen Szenarien geeignet.

Trotz ihrer Vorteile für die unmittelbare Entscheidungsfindung weist die Analyse von Gefrierschnitten Einschränkungen auf, einschließlich der Möglichkeit diagnostischer Ungenauigkeiten aufgrund der schnellen Verarbeitung des Gewebes und der Möglichkeit von Artefakten, die durch das Einfrieren entstehen. Aus diesem Grund wird nach der Operation in der Regel eine gründlichere Untersuchung des Gewebes mit histopathologischen Standardtechniken durchgeführt, um die Schnellschnittdiagnose zu bestätigen und zusätzliche Informationen über die Erkrankung zu liefern.

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