HMB-45 (Human Melanoma Black-45) ist ein Antikörper, der von Pathologen zum Nachweis eines Proteins namens gp100 verwendet wird. Dieses Protein kommt normalerweise in Melanozyten– Zellen, die Melanin produzieren, das Pigment, das für die Farbe von Haut, Haaren und Augen verantwortlich ist. Melanozyten befinden sich hauptsächlich in der Haut, können aber auch in Schleimhäuten (wie dem Mund) und den Augen vorkommen. Da HMB-45 gp100 identifiziert, hilft es Pathologen, Melanozyten und verwandte Zellen sowohl in gesundem Gewebe als auch in Tumoren zu erkennen.
Im normalen Gewebe wird das von HMB-100 nachgewiesene gp45-Protein vor allem in Melanozyten, Zellen, die das Pigment Melanin produzieren und in der Haut, auf Schleimhautoberflächen und in den Augen vorkommen.
Pathologen testen auf HMB-45 mit einer Methode namens Immunhistochemie (IHC)Bei dieser Technik werden spezielle Antikörper (HMB-45-Antikörper) auf Gewebeproben aufgebracht, die aus einem BiopsieDiese Antikörper binden spezifisch an das gp100-Protein, sofern es im Gewebe vorhanden ist. Wird das Protein nachgewiesen, führt die Antikörperbindung zu einer sichtbaren Farbveränderung unter dem Mikroskop. Pathologen interpretieren diese Färbung, indem sie angeben, ob sie positiv (Protein nachgewiesen) oder negativ (Protein nicht nachgewiesen) ist. Sie erfassen außerdem den Prozentsatz positiver Zellen und die Intensität der Färbung.
HMB-45 kann von Tumoren aus Melanozyten und anderen Zelltypen exprimiert werden. Das Vorhandensein und das Muster der HMB-45-Färbung helfen Pathologen bei der genauen Diagnose und Unterscheidung verschiedener gutartig und maligne Tumoren.
Gewöhnliche melanozytäre Nävi (Muttermale): Normalerweise wird HMB-45 nahe der Hautoberfläche exprimiert, die Färbung verblasst jedoch, je tiefer die Läsion wird.
Spitz-Nävi und atypische Spitz-Nävi: Zeigen oft eine variable HMB-45-Färbung.
Blaue Nävi: Normalerweise wird HMB-45 in der gesamten Läsion exprimiert.
Halo Nävi: In etwa der Hälfte der Fälle kann HMB-45 abweichend exprimiert werden.
Tief eindringender Nävus (plexiformes Melanozytom): Typischerweise positiv für HMB-45.
Melanom: Eine häufige Art von Hautkrebs, die typischerweise positiv auf HMB-45 reagiert und bei der Diagnose von primärem und metastasiertem Melanom hilft.
Spitz-Melanom: Exprimiert HMB-45 oft stark tief in der Läsion.
Klarzelliges Sarkom: Exprimiert häufig HMB-45, was hilft, es von ähnlich aussehenden Tumoren zu unterscheiden.
Primäre diffuse leptomeningeale Melanomatose (PDLM): Ein seltener Tumor, der die Hirn- und Rückenmarksmembranen betrifft; exprimiert typischerweise HMB-45.
Meningeales Melanozytom und Melanom: Tumoren, die die Membranen betreffen, die das Gehirn und das Rückenmark bedecken, exprimieren häufig HMB-45.
Nierenzellkarzinome mit TFE3- und TFEB-Umlagerungen: Gelegentlich wird HMB-45 exprimiert.
Angiomyolipom: Nierentumoren sind stark HMB-45-positiv, was bei der Unterscheidung von ähnlichen Tumoren (z. B. Leiomyomen oder Angiolipomen) hilfreich ist.
Perivaskulärer epitheloider Zelltumor (PEComa): Exprimiert konsistent HMB-45, wichtig für die Diagnose.
Lymphangioleiomyomatose (LAM): Eine Lungenerkrankung, die häufig HMB-45 exprimiert.
Bösartiger melanotischer Nervenscheidentumor und melanotisches Schwannom: Seltene Tumoren, die HMB-45 stark exprimieren.
Pigmentiertes (melanotisches) Neurofibrom: Exprimiert typischerweise HMB-45, was bei der Diagnose hilft.
Melanotischer neuroektodermaler Tumor des Säuglingsalters: Ein pädiatrischer Tumor, der häufig positiv für HMB-45 ist.
Der Test auf HMB-45 hilft Pathologen, Tumore, insbesondere solche, die von Melanozyten ausgehen, genau zu identifizieren und zu klassifizieren. Er wird häufig verwendet, um Melanom von anderen Hautkrebsarten oder gutartigen Hauterkrankungen. Da HMB-45 auch von anderen Tumorarten exprimiert werden kann, kombinieren Pathologen es mit zusätzlichen Markern (wie SOX10, MelanA/MART1, S100, MITF und Tyrosinase), um die diagnostische Genauigkeit zu erhöhen.
Zu den spezifischen Situationen, in denen ein HMB-45-Test besonders nützlich ist, gehören:
Unterscheidung zwischen Melanomen (HMB-45-positiv) und gutartigen Muttermalen oder anderen Tumoren.
Unterscheidung zwischen Melanomen und Morbus Paget, Karzinomen und anderen epitheloiden Tumoren, die typischerweise HMB-45-negativ sind.
Untersuchung der Lymphknoten (Wächterlymphknoten) auf metastasiertes Melanom. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, da bestimmte gutartige Zellen (Melanophagen, Lymphknotennävi) ebenfalls eine positive Färbung aufweisen können.
Unterscheidung zwischen Angiomyolipom und anderen Nierentumoren mit ähnlichem Erscheinungsbild.
Diagnose seltener Tumoren wie PEComa und Lymphangioleiomyomatose durch Unterscheidung von anderen ähnlich aussehenden Krebsarten.
Da die Färbungsmuster variieren können, interpretieren Pathologen die HMB-45-Ergebnisse sorgfältig, immer in Kombination mit anderen Tests, dem mikroskopischen Erscheinungsbild und klinischen Details, um eine genaue Diagnose und eine wirksame Behandlungsplanung sicherzustellen.