Intranukleäre Einschlüsse sind abnorme Materialansammlungen im Zellkern . Der Zellkern ist das Steuerzentrum der Zelle, in dem das genetische Material (DNA) gespeichert ist. Unter dem Mikroskop erscheinen intranukleäre Einschlüsse als kleine, runde, kompakte Bereiche im Zellkern, die sich aufgrund ihrer Farbe, Textur oder Dichte vom umgebenden Material unterscheiden. Je nach Ursache können diese Einschlüsse aus Proteinen, Viruspartikeln oder anderen Substanzen bestehen.

Intranukleäre Einschlüsse können bei verschiedenen Erkrankungen auftreten. Sie kommen besonders häufig bei Virusinfektionen vor, können aber auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Beispiele hierfür sind:
Herpesvirusinfektionen: Viren wie das Herpes-simplex-Virus (HSV) und das Varicella-Zoster-Virus (VZV, das Virus, das Windpocken und Gürtelrose verursacht) bilden häufig Einschlusskörperchen, sogenannte Cowdry-Typ-A-Einschlusskörperchen. Diese sind ein typisches Merkmal von Zellen, die mit Herpesviren infiziert sind.
Zytomegalievirus-Infektion (CMV): CMV bildet große, charakteristische Einschlusskörperchen, die oft als „Eulenauge“ beschrieben werden. Diese Einschlusskörperchen sind besonders wichtig bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem, wie z. B. HIV-Infizierten oder Organtransplantierten.
Adenovirusinfektionen: Diese können intranukleäre Einschlüsse in Zellen der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts hervorrufen.
Masern (subakute sklerosierende Panenzephalitis): Eine seltene Komplikation einer Masernvirusinfektion, die das Gehirn betrifft, kann zu Einschlüssen in Nervenzellen führen.
Neurodegenerative Erkrankungen: Erkrankungen wie die Huntington-Krankheit und bestimmte Demenzformen können zu einer abnormalen Ansammlung von Proteinen im Zellkern führen, wodurch Einschlüsse entstehen.
Lebererkrankungen: Krankheiten wie die Wilson-Krankheit (eine genetische Störung, die zu einer Kupferansammlung führt) und bestimmte Arten von medikamentenbedingten Leberschäden können zu intranukleären Einschlüssen führen.
Der Inhalt intranukleärer Einschlüsse hängt von der zugrunde liegenden Erkrankung ab:
Bei Virusinfektionen bestehen die Einschlusskörperchen aus Viruspartikeln und verändertem Zellmaterial, das durch die Virusreplikation im Zellkern entsteht . Diese Einschlusskörperchen können Nukleinsäuren (DNA oder RNA) und Proteine enthalten.
Bei nichtinfektiösen Erkrankungen wie neurodegenerativen Erkrankungen oder Lebererkrankungen bestehen die Einschlüsse normalerweise aus abnormalen Proteinen, die verklumpt sind.
Das Vorhandensein intranukleärer Einschlüsse kann in einem Pathologiebericht wichtige Informationen liefern:
Diagnose: Aussehen und Lage der Einschlusskörperchen können Pathologen helfen , die Krankheitsursache zu identifizieren. Beispielsweise gelten die „Eulenaugen“-Einschlusskörperchen des Zytomegalievirus (CMV) als starker Hinweis auf diese Infektion. Einschlusskörperchen in Gehirnzellen können auf eine neurodegenerative Erkrankung hindeuten.
Behandlung: Das Erkennen von Einschlusskörperchen bei Infektionen kann die Anwendung antiviraler Medikamente steuern. Bei nichtinfektiösen Erkrankungen kann es weitere Untersuchungen oder eine Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung erforderlich machen.
Prognose: Das Vorhandensein und das Ausmaß von Einschlüssen können manchmal auf den Schweregrad der Erkrankung oder ihr Stadium hinweisen, insbesondere bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem.
Was hat die intranukleären Einschlüsse in meiner Gewebeprobe verursacht?
Bedeuten diese Einschlüsse, dass ich eine Infektion, eine genetische Erkrankung oder eine andere Erkrankung habe?
Gibt es spezielle Behandlungsmöglichkeiten für die Ursache dieser Einschlüsse?
Ändert das Vorhandensein von Einschlüssen meine Prognose oder die Behandlung meiner Krankheit?
Muss ich zur Bestätigung der Diagnose weitere Tests durchführen?