Was ist Verhornung?



Unter Verhornung versteht man einen Vorgang, bei dem Plattenepithelzellen produzieren große Mengen des Proteins Keratin. Keratin ist eine zähe, schützende Substanz, die Gewebe widerstandsfähiger gegen Verletzungen, Infektionen und Austrocknung macht. Wenn Plattenepithelzellen verhornen, verlieren sie allmählich ihre Funktion als lebende Zellen. Stattdessen bilden sie eine starke äußere Schicht, die das darunterliegende Gewebe schützt.

Wo findet dieser Prozess normalerweise statt?

Die Verhornung erfolgt normalerweise in Geweben, die Plattenepithelzellen enthalten, insbesondere in solchen, die der äußeren Umgebung ausgesetzt sind. Dazu gehören:

  • Haut – Verhornende Plattenepithelzellen bilden die äußere Hautschicht, die Epidermis, die den Körper vor Verletzungen, Infektionen und Wasserverlust schützt.

  • Haarfarbe – Durch die Keratinisierung wird das Haar stark und widerstandsfähig gegen Schäden.

  • Nails – Durch die Verhornung erhalten die Nägel ihre Härte und Haltbarkeit.

An diesen Stellen ist die Verhornung ein normaler und wichtiger Prozess, der zur ordnungsgemäßen Funktion des Körpers beiträgt.

Wo ist die Verhornung gestört?

Eine Verhornung gilt als abnormal, wenn sie an Stellen auftritt, die normalerweise kein Keratin produzieren. Dazu gehören innere Organe und Schleimhäute wie Mund, Rachen oder Gebärmutterhals. Eine abnormale Verhornung in diesen Bereichen entsteht oft als Reaktion auf chronische Reizungen, Entzündungen oder Erkrankungen. Sie kann auch ein Anzeichen für präkanzeröse Veränderungen oder Krebs sein.

Welche Erkrankungen sind mit der Verhornung verbunden?

Bei mehreren Erkrankungen kommt es zu einer abnormalen Verhornung der Plattenepithelzellen, darunter:

  • Plattenepithelkarzinom – Eine Krebsart, die in Haut, Mund, Rachen, Gebärmutterhals und Lunge auftreten kann. Sie zeigt oft eine abnormale Verhornung.

  • Keratose - Ein gutartig (nicht krebsartige) Veränderung, die mit einer übermäßigen Keratinproduktion einhergeht, wie z. B. aktinische Keratose (durch Sonneneinstrahlung verursacht) oder seborrhoische Keratose.

  • Keratinisierende Dysplasie – Eine präkanzeröse Erkrankung, bei der Plattenepithelzellen ein abnormales Wachstum und eine abnormale Verhornung aufweisen, am häufigsten auf Schleimhautoberflächen wie Mund oder Rachen.

Was bedeutet Verhornung bei Krebs?

Bei Krebs deutet die Verhornung in der Regel auf PlattenepithelkarzinomeBei dieser Krebsart kommt es zu einer abnormen und übermäßigen Keratinproduktion durch Plattenepithelzellen. Unter dem Mikroskop können Pathologen kreisförmige Strukturen, sogenannte Keratinperlen, erkennen. Dabei handelt es sich um runde Gruppen keratingefüllter Zellen. Der Nachweis von Keratinisierung in einem Tumor hilft Pathologen zu bestätigen, dass der Krebs von Plattenepithelzellen ausging oder Merkmale einer Plattenepitheldifferenzierung entwickelt hat.

Wie sieht diese Veränderung unter dem Mikroskop aus?

Unter dem Mikroskop erscheinen verhornende Plattenepithelzellen als dicke, mit Keratin gefüllte Schichten, die sich mit Standard-Laborfarbstoffen leuchtend rosa oder rot färben. Bei Plattenepithelkarzinomen bilden verhornende Zellen häufig Keratinperlen. Diese Perlen sehen aus wie runde, dichte Keratinklumpen im Tumor. Das Erkennen verhornender Zellen unter dem Mikroskop hilft Pathologen bei der Diagnose sowohl gutartiger als auch bösartiger Erkrankungen mit Plattenepithelzellen.

Fragen an Ihren Arzt

  • Ist eine Verhornung in meiner Gewebeprobe ein normaler Befund oder ist sie abnormal?

  • Wenn es abnormal ist, welcher Zustand verursacht die Verhornung?

  • Bedeutet das Vorhandensein von Verhornung, dass ich Krebs habe?

  • Was sagt Ihnen die Verhornung über meine Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten?

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