von Jason Wasserman MD PhD FRCPC
23. März 2026
MMR-defizient, oft geschrieben als dMMRDies bedeutet, dass eines oder mehrere der Proteine, die für die Reparatur von Fehlern in der DNA einer Zelle verantwortlich sind, fehlen oder nicht richtig funktionieren. Gehen diese Reparaturproteine verloren, können sich DNA-Fehler mit der Zeit anhäufen und zur Krebsentstehung beitragen. Der Nachweis von dMMR in einem Tumor hat wichtige Auswirkungen auf die Behandlung und kann auch für Sie und Ihre Familie relevant sein.
MMR steht für Reparatur von Fehlanpassungen — ein System in normalen, gesunden Zellen, das wie eine Rechtschreibprüfung für die DNA funktioniert. Jedes Mal, wenn sich eine Zelle teilt und ihre DNA kopiert, können kleine Fehler auftreten. Fehlpaarungsreparaturproteine Finden und beheben Sie diese Fehler, bevor sie Schaden anrichten können. Die vier wichtigsten MMR-Proteine sind: MLH1, PMS2, MSH2 und MSH6Sie arbeiten paarweise: MLH1 mit PMS2 und MSH2 mit MSH6.
Wenn eines oder mehrere dieser Proteine fehlen, funktioniert das Reparatursystem nicht mehr richtig. Dies wird als Mismatch-Reparaturdefizienz oder dMMR bezeichnet. Das Gegenteil – wenn alle vier Proteine vorhanden sind und funktionieren – wird als Mismatch-Reparaturdefizienz bezeichnet. MMR-kompetent (pMMR).
Pathologen weisen dMMR am häufigsten mithilfe eines Labortests nach, der als Immunhistochemie (IHC)Bei diesem Test werden spezielle Farbstoffe verwendet, die die vier MMR-Proteine unter dem Mikroskop sichtbar machen. Sind eines oder mehrere dieser Proteine in den Tumorzellen nicht nachweisbar, wird das entsprechende Protein als „fehlend“ oder „verloren“ bezeichnet, und der Tumor gilt als MMR-defizient.
Da die Proteine paarweise wirken, gehen oft zwei Proteine gleichzeitig verloren. Beispielsweise geht ein Verlust von MLH1 üblicherweise mit einem Verlust von PMS2 einher, und ein Verlust von MSH2 geht in der Regel mit einem Verlust von MSH6 einher. Ihr Pathologiebericht wird üblicherweise angeben, welches Protein oder welche Proteine verloren gegangen sind.
dMMR kann auch mittels eines molekularen Tests nachgewiesen werden, der genannt wird. Mikrosatelliteninstabilitätstest (MSI)Diese Methode untersucht die DNA direkt auf Fehlerarten, die sich ansammeln, wenn das MMR-System nicht funktioniert. Tumoren, die mittels IHC als dMMR-positiv eingestuft werden, werden üblicherweise auch als solche bezeichnet. MSI-hoch (MSI-H) durch molekulare Tests. Diese beiden Begriffe – dMMR und MSI-H – sind eng miteinander verwandt und werden in der Krebsbehandlung häufig synonym verwendet.
Die dMMR-Testung wird mittlerweile routinemäßig bei vielen Krebsarten durchgeführt. Sie wird am häufigsten angeordnet bei:
Der Nachweis von dMMR in einem Tumor ist eines der klinisch wichtigsten Ergebnisse eines Pathologieberichts. Er ist für die Behandlung in zweierlei Hinsicht von Bedeutung.
Nicht unbedingt – aber es ist eine wichtige Möglichkeit, die es wert ist, untersucht zu werden. Es gibt zwei Hauptgründe, warum ein Tumor dMMR sein kann:
Da dMMR durch das Lynch-Syndrom verursacht werden kann, empfehlen die meisten Leitlinien, Patienten mit dMMR-Tumoren zur weiteren Abklärung an einen Humangenetiker zu überweisen. Zusätzliche Tests – darunter genetische Untersuchungen auf Blut- oder Speichelbasis – können helfen festzustellen, ob das dMMR-Ergebnis auf das Lynch-Syndrom oder eine erworbene Veränderung des Tumors zurückzuführen ist.
Wird das Lynch-Syndrom bestätigt, sind diese Informationen auch für Ihre biologischen Verwandten relevant, die möglicherweise eine genetische Beratung und ein Screening in Erwägung ziehen möchten.
In Ihrem Bericht werden möglicherweise verschiedene Begriffe verwendet, um diesen Befund zu beschreiben.
Gängige Formulierungen sind beispielsweise:
Wurde zusätzlich ein molekularer MSI-Test durchgeführt, kann im Bericht außerdem „MSI-hoch“ oder „MSI-H“ vermerkt sein.