Natürliche Killerzellen: Definition



Natürliche Killerzellen , oft auch NK-Zellen genannt , sind eine Unterart der Lymphozyten , also weißer Blutkörperchen, die eine wichtige Rolle im Immunsystem des Körpers spielen. Sie gehören zum angeborenen Immunsystem und können daher schnell auf Bedrohungen reagieren, ohne dass ein vorheriger Kontakt mit dem jeweiligen Erreger erforderlich ist.

NK-Zellen werden als „natürliche Killerzellen“ bezeichnet, da sie im Gegensatz zu anderen Immunzellen wie T- und B-Zellen keine vorherige Aktivierung benötigen, um abnorme oder infizierte Zellen zu erkennen und abzutöten. Dadurch können sie schnell als erste Verteidigungslinie gegen Infektionen und Krebs wirken.

Was machen natürliche Killerzellen?

Die Hauptaufgabe der NK-Zellen besteht darin, abnormale, infizierte oder krebsartige Zellen zu identifizieren und zu zerstören. Sie sind besonders gut in der Erkennung von:

  • Virusinfizierte Zellen.

  • Krebszellen.

  • Zellen, die unter Stress stehen oder abnormale Oberflächenproteine ​​aufweisen.

NK-Zellen erkennen dazu bestimmte Proteine, sogenannte Liganden, auf der Oberfläche anderer Zellen. Diese Liganden können in kranken Zellen fehlen oder verändert sein, sodass NK-Zellen zwischen normalen und abnormalen Zellen unterscheiden können. Sobald ein Ziel erkannt wird, setzen NK-Zellen Substanzen frei, die die abnormale Zelle zerfallen und absterben lassen (Apoptose).

NK-Zellen spielen auch eine Rolle bei der Regulierung anderer Teile des Immunsystems, indem sie chemische Signale (Zytokine) freisetzen, die andere Immunzellen anziehen und aktivieren.

Wo im Körper findet man natürliche Killerzellen?

NK-Zellen finden sich im Blutkreislauf, in den Lymphknoten , im Knochenmark, in der Milz und in anderen Geweben des gesamten Körpers. Sie zirkulieren im Blut- und Lymphsystem und suchen ständig nach abnormalen Zellen, um diese zu eliminieren.

Wie unterscheiden sich natürliche Killerzellen von anderen Lymphozyten?

NK-Zellen gehören zum angeborenen Immunsystem, während andere Lymphozyten wie T-Zellen und B-Zellen Teil des adaptiven Immunsystems sind. Das bedeutet:

  • NK-Zellen können sofort auf Bedrohungen reagieren, ohne ein bestimmtes Virus oder Bakterium erkennen zu müssen.

  • T- und B-Zellen müssen zunächst darauf trainiert werden, einen bestimmten Eindringling zu erkennen, bevor sie wirksam reagieren können.

Trotz dieser Unterschiede arbeiten NK-Zellen und andere Lymphozyten oft zusammen, um den Körper zu schützen.

Können natürliche Killerzellen an Krebs beteiligt sein?

Ja. Während NK-Zellen normalerweise Krebs verhindern, indem sie abnorme Zellen zerstören, können sie in seltenen Fällen selbst krebsartig werden. Diese Krebsarten werden als NK-Zell-Neoplasien bezeichnet und betreffen oft sowohl NK-Zellen als auch T-Zellen. Dazu gehören:

  • Extranodales NK/T-Zell-Lymphom – Eine seltene Form des Non-Hodgkin-Lymphoms , die meist in Nase, Nasennebenhöhlen oder oberen Atemwegen beginnt, sich aber auf andere Körperteile ausbreiten kann. Sie steht häufig im Zusammenhang mit einer Epstein-Barr-Virus-Infektion (EBV).

  • Aggressive NK-Zell-Leukämie – Eine sehr seltene und schnell fortschreitende Blutkrebsart, die hauptsächlich aus NK-Zellen besteht. Sie betrifft in der Regel Erwachsene und verläuft oft rasch mit einer schlechten Prognose.

  • Chronische lymphoproliferative Erkrankung der NK-Zellen – Eine langsam fortschreitende Erkrankung, bei der sich NK-Zellen im Laufe der Zeit vermehren. Sie wird in der Regel durch Bluttests diagnostiziert und kann über viele Jahre symptomlos verlaufen. In manchen Fällen kann sie sich zu einem aggressiveren NK-Zell-Lymphom entwickeln.

Diese Erkrankungen sind selten und werden zwar mit NK-Zellen in Verbindung gebracht, können aber auch andere Arten von Immunzellen, wie etwa T-Zellen, betreffen.

Wie testen Pathologen auf NK-Zellen?

Pathologen können NK-Zellen mithilfe der Immunhistochemie oder der Durchflusszytometrie nachweisen . Diese Tests suchen nach Proteinen auf der Zelloberfläche, die typischerweise auf NK-Zellen vorkommen, wie beispielsweise CD56, CD16 und NKp46. Sie helfen dabei, zu bestätigen, ob es sich bei einer Gruppe abnormaler Zellen in einer Gewebe- oder Blutprobe um NK-Zellen handelt.

Diese Marker sind besonders hilfreich bei der Diagnose von NK-Zell-Neoplasien oder beim Versuch, die Immunumgebung um einen Tumor herum zu verstehen.

Fragen an Ihren Arzt

  • Welche Rolle spielen NK-Zellen bei meiner Diagnose?

  • Wurden in meiner Gewebe- oder Blutprobe NK-Zellen gefunden?

  • Habe ich eine Erkrankung mit abnormalen NK-Zellen?

  • Sind zusätzliche Tests (wie Immunhistochemie oder Durchflusszytometrie) erforderlich?

  • Was bedeutet das für meinen Behandlungs- oder Nachsorgeplan?

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