NTRK bezieht sich auf eine Familie von Genen—NTRK1, NTRK2 und NTRK3– die Anweisungen zur Herstellung der Proteine Trk-A, Trk-B und Trk-C liefern. Diese Proteine befinden sich auf der Zelloberfläche und spielen eine entscheidende Rolle bei der Regulierung wichtiger Prozesse wie Zellwachstum und -überleben. In der frühen Entwicklung unterstützen sie das Wachstum und die Bildung von Nervenzellen. Auch im Erwachsenenalter spielen sie weiterhin eine Rolle im Nervensystem, insbesondere beim Lernen und Gedächtnis.
Bei einigen Krebsarten verschmilzt ein Teil des NTRK-Gens mit einem anderen Gen. Diese abnorme Verschmelzung führt dazu, dass das NTRK-Protein dauerhaft aktiviert bleibt, was zu unkontrolliertem Zellwachstum und Krebs führt. Diese abnormalen Fusionen werden als NTRK-Genfusionen bezeichnet und können als „Treibermutationen“ wirken – genetische Veränderungen, die die Tumorentwicklung fördern.
Das Erkennen einer NTRK-Fusion ist wichtig, da Patienten mit diesen Tumoren von speziellen zielgerichteten Behandlungen, sogenannten TRK-Inhibitoren wie Larotrectinib und Entrectinib, profitieren können.
NTRK-Fusionen sind selten, können aber sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern vorkommen. Besonders häufig sind sie bei bestimmten Tumorarten:
NTRK-Fusionen kommen bei Tumoren im Kindesalter häufiger vor als bei gewöhnlichen Krebserkrankungen bei Erwachsenen. Werden sie entdeckt, bieten sie die Chance auf eine wirksame, gezielte Behandlung.
Pathologen verwenden verschiedene Arten von Tests, um nach NTRK-Fusionen zu suchen. Der häufigste Test ist Immunhistochemie (IHC), das einen pan-TRK-Antikörper verwendet, um das Vorhandensein von Trk-Proteinen in Tumorzellen nachzuweisen. Bei einem positiven Testergebnis zeigen die Zellen eine Färbung im Zytoplasma or Kern, abhängig von der Art der Fusion. Beispielsweise zeigen Tumoren mit NTRK1- oder NTRK2-Fusionen typischerweise eine zytoplasmatische Färbung, während NTRK3-Fusionen eine zytoplasmatische oder nukleäre Färbung aufweisen können. Dieser Test wird häufig als Screening-Instrument eingesetzt.
Wenn der IHC-Test positiv oder verdächtig ist, wird normalerweise ein zweiter Test durchgeführt, um das Ergebnis zu bestätigen. Dies ist oft Next-Generation-Sequenzierung (NGS), bei dem die eigentliche Genfusion auf DNA- oder RNA-Ebene gesucht wird. Dieser Test ist präziser und kann die spezifischen Gene identifizieren, die an der Fusion beteiligt sind.
In einigen Fällen kann die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) eingesetzt werden, um Genumlagerungen mit NTRK-Genen nachzuweisen. Bei dieser Methode werden fluoreszierende Sonden verwendet, um Genanomalien unter dem Mikroskop hervorzuheben.
Zusammen helfen diese Tests dabei, zu bestätigen, ob ein Tumor eine NTRK-Fusion enthält. Dies ist für die Diagnose und die Entscheidung, ob der Patient von einer gezielten Behandlung profitieren könnte, von entscheidender Bedeutung.
Wenn Ihr Pathologiebericht NTRK erwähnt, bedeutet dies, dass Ihr Arzt und Pathologe nach einer wichtigen genetischen Veränderung suchen, die die Behandlung beeinflussen könnte. Tumore mit NTRK-Fusionen können gut auf eine gezielte TRK-Inhibitor-Therapie ansprechen, selbst wenn der Tumor selten oder fortgeschritten ist. Die Identifizierung dieser Veränderung kann die Behandlung steuern und die Ergebnisse verbessern.