p63 ist ein Protein, das als Transkriptionsfaktor fungiert und somit dazu beiträgt, das An- und Abschalten bestimmter Gene in Zellen zu steuern. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Erhaltung von Epithelgewebe, den Zellschichten, die Oberflächen im gesamten Körper auskleiden und schützen, einschließlich der Haut, der Atemwege, der Milchgänge sowie Teilen der Harnwege und der Geschlechtsorgane. p63 gehört zur selben Genfamilie wie p53, ein bekannter Tumorsuppressor. Es ist besonders während der frühen Entwicklung wichtig und trägt zur Aufrechterhaltung der Struktur und Funktion bestimmter adulter Zellen bei.
p63 kommt normalerweise im Zellkern verschiedener gesunder Epithelzellen vor. Dazu gehören:
Plattenepithelzellen, wie sie beispielsweise in der Haut, im Mund und im Gebärmutterhals vorkommen.
Basalzellen in der Prostata, den Atemwegen und den Samenbläschen.
Myoepithelzellen in der Brust, den Speicheldrüsen und den Schweißdrüsen.
Urothelzellen in der Blase und den Harnwegen.
Thymusepithelzellen.
Zellen im weiblichen Fortpflanzungstrakt, einschließlich Gebärmutterhals und Vulva.
In diesen Geweben hilft p63, das normale Zellwachstum und die Zellreparatur zu regulieren.
Pathologen testen p63 mithilfe der Immunhistochemie (IHC). Dieser Test verwendet Antikörper, die an das vorhandene p63-Protein binden. Unter dem Mikroskop erscheint p63 als Kernfärbung, d. h. die Farbveränderung findet im Zellkern statt. Ein positives p63-Ergebnis bedeutet, dass das Protein in der Gewebeprobe vorhanden ist, ein negatives Ergebnis bedeutet, dass es fehlt. Pathologen nutzen die p63-Färbung, um den Zelltyp eines Tumors zu identifizieren und den Ursprung des Tumors zu bestimmen.
In einigen Fällen wird eine spezifischere Form von p63 namens p40 (auch als ΔNp63 bekannt) verwendet, da diese spezifischer für Plattenepithelkarzinome, insbesondere in der Lunge, ist.
p63 kommt in vielen Tumorarten vor, die aus Epithel- oder Myoepithelzellen entstehen. Dazu gehören:
Plattenepithelkarzinome der Haut, des Gebärmutterhalses, der Vagina, der Vulva, der Lunge, des Kopfes und Halses, der Speiseröhre und des Analkanals.
Urothelkarzinom (Blasenkrebs).
Myoepitheliale Tumoren der Brust und Speicheldrüsen, einschließlich Myoepitheliom, pleomorphes Adenom und adenoid-zystisches Karzinom.
Thymustumoren wie Thymom und Thymuskarzinom.
Sarkomatoide Karzinome in Brust und Blase.
Einige primäre Hautadnextumoren (Tumoren der Schweißdrüsen).
Merkelzellkarzinom und ALK-negatives anaplastisches großzelliges Lymphom (in einigen Fällen).
Da p63 in vielen Tumorarten vorkommt, verwenden Pathologen es in Kombination mit anderen Markern, um eine genaue Diagnose zu stellen.
Durch die Bestimmung des p63-Gehalts können Pathologen feststellen, aus welchen Zellen ein Tumor besteht und wo er entstanden sein könnte. Zum Beispiel:
Bei Lungenkrebs hilft p63 dabei, Plattenepithelkarzinome (normalerweise p63-positiv) von Adenokarzinomen (normalerweise p63-negativ) zu unterscheiden.
Bei Prostatabiopsien hilft p63 dabei, gutartiges Prostatagewebe (das Basalzellen enthält, die p63 exprimieren) von Prostataadenokarzinomen zu unterscheiden, die typischerweise kein p63 exprimieren.
Bei Hautbiopsien kann p63 dabei helfen, festzustellen, ob ein Tumor aus den Schweißdrüsen oder aus einem anderen Körperteil, beispielsweise der Brust, stammt.
Bei Blasenkrebs kann p63 dabei helfen, das Urothelkarzinom von anderen Tumorarten zu unterscheiden, beispielsweise von Tumoren, die sich von der Prostata aus ausbreiten.
Die p63-Expression kann nicht nur bei der Diagnose helfen, sondern auch prognostische Informationen liefern. So wurde beispielsweise der Verlust von p63 mit aggressiverem Verhalten bei bestimmten Krebsarten wie Plattenepithelkarzinomen der Speiseröhre und Urothelkarzinomen in Verbindung gebracht.
Was bedeutet das P63-Ergebnis in meinem Pathologiebericht?
Hilft das Vorhandensein oder Fehlen von p63 dabei, die Art meines Krebses zu bestätigen?
Wurde auch p40 getestet und wenn ja, wie trägt dieses Ergebnis zur Klärung der Diagnose bei?
Wird das P63-Ergebnis meine Behandlung oder meinen Nachsorgeplan beeinflussen?
Sind zur Bestätigung der Diagnose weitere Untersuchungen erforderlich?