Was ist Stroma?



Stroma Das Stroma ist das stützende Bindegewebe, das sich direkt unter der Oberfläche eines Organs befindet. Es bildet das Gerüst, das das Organ zusammenhält und ihm Festigkeit, Struktur und Stabilität verleiht. Das Stroma enthält verschiedene Zelltypen, darunter Fibroblasten, lange, dünne Zellen, die oft beschrieben werden als spindelförmig.

Das Stroma enthält außerdem Blutgefäße, die Sauerstoff und Nährstoffe transportieren, sowie Lymphgefäße, die überschüssige Flüssigkeit und Abfallprodukte abtransportieren. Da jedes Organ im Körper Unterstützung benötigt, ist Stroma in allen Geweben vorhanden, obwohl sein Aussehen und seine Dicke von Organ zu Organ variieren.

Stroma

Wie sieht das Stroma unter dem Mikroskop aus?

Unter dem Mikroskop erscheint das normale Stroma als ein Netzwerk dünner Fasern mit vereinzelten spindelförmigen Fibroblasten. Diese Fasern bilden ein stabiles Gerüst, das die Zellen des Organs stützt. Blutgefäße und Lymphbahnen sind ebenfalls im Stroma sichtbar.

Das Erscheinungsbild des Stromas kann sich jedoch als Reaktion auf Verletzungen, Entzündungen oder Krebs verändern. Pathologen achten bei der Gewebeuntersuchung besonders auf diese Stromaveränderungen, da sie wichtige Hinweise auf die Vorgänge im umliegenden Gewebe liefern können.

Wie verändert sich das Stroma als Reaktion auf Krebs?

Wenn Krebszellen in ein zuvor gesundes Gewebe eindringen, reagiert das Stroma häufig. Eine häufige Reaktion wird als … bezeichnet. Desmoplasie.

Desmoplasie bezeichnet ein dichtes, faseriges Stroma, das sich bildet, wenn Krebszellen in benachbartes Gewebe eindringen. Unter dem Mikroskop erscheint es oft verdickt, fest und narbenähnlich. Das Vorhandensein von Desmoplasie kann Pathologen helfen, festzustellen, ob ein Tumor bösartig ist, da gutartige Tumoren diese Stromareaktion in der Regel nicht hervorrufen.

Desmoplasie tritt bei vielen Krebsarten auf, darunter Brust-, Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Magenkrebs.

Was ist reaktives Stroma?

Nicht alle Stromaveränderungen stehen im Zusammenhang mit Krebs. Der Begriff „reaktives Stroma“ wird von Pathologen verwendet, um nicht-kanzeröse Stromaveränderungen zu beschreiben. Diese Veränderungen treten auf, wenn das Gewebe auf Verletzungen oder Stress reagiert.

Reaktives Stroma kann im Gewebe um einen Tumor herum, in Bereichen, die nach einer Operation oder Strahlentherapie heilen, sowie an Entzündungs- oder Verletzungsstellen auftreten. Obwohl reaktives Stroma anders aussehen kann als normales Stroma, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass Krebs vorliegt. Es spiegelt vielmehr den Versuch des Körpers wider, sich zu reparieren oder auf eine abnorme Situation zu reagieren.

Warum ist das Vorhandensein von Stroma bei einer Biopsie von Bedeutung?

Bei der Beurteilung einer Biopsie auf Krebs ist eine der wichtigsten Fragen, ob der Tumor invasiv ist. Invasion bedeutet, dass sich abnorme Zellen über ihren normalen Bereich hinaus in das umgebende Stroma ausgebreitet haben. Diese Unterscheidung ist entscheidend, da invasive Krebserkrankungen anders behandelt werden als nicht-invasive.

Um festzustellen, ob eine Invasion vorliegt, müssen Pathologen sowohl die Tumorzellen als auch das sie umgebende Stroma erkennen können. Fehlt in der Biopsie das Stroma, ist die Beurteilung dieses entscheidenden Merkmals schwierig oder unmöglich.

Was passiert, wenn eine Biopsie kein Stroma enthält?

Bei manchen Biopsien wird lediglich die Oberfläche eines Tumors oder das Innere eines auffälligen Bereichs beprobt, ohne das umgebende Stroma zu erfassen. Wenn dies der Fall ist:

  • Pathologen können möglicherweise nicht feststellen, ob der Tumor invasiv ist.

  • Die Diagnose kann als „Invasion kann nicht ausgeschlossen werden“ oder „zumindest in situ“ beschrieben werden, was bedeutet, dass eine Invasion nicht vollständig beurteilt werden kann.

  • Zur Vervollständigung der Untersuchung kann die Entnahme von weiterem Gewebe empfohlen werden, beispielsweise durch eine tiefere Biopsie oder Exzision.

Fehlendes Stroma in einer Biopsie bedeutet nicht, dass der Tumor aggressiver ist. Es bedeutet vielmehr, dass die Probe unvollständig ist und mehr Gewebe benötigt wird, um eine genaue Diagnose zu stellen.

Warum ist das Stroma in einem Pathologiebericht wichtig?

Veränderungen im Stroma können Pathologen helfen, das Verhalten eines Tumors zu verstehen. Beispielsweise kann das Vorhandensein von Desmoplasie die Diagnose eines invasiven Karzinoms unterstützen, während das Fehlen einer Stromareaktion auf eine gutartige oder nicht-invasive Erkrankung hindeuten kann. Reaktives Stroma kann auch dazu beitragen, Veränderungen zu erklären, die im Bereich eines Tumors oder in durch Verletzungen oder Behandlungen geschädigtem Gewebe beobachtet werden.

Durch die Untersuchung des Stromas gewinnen Pathologen wertvolle Informationen, die zur Diagnose, zu Behandlungsentscheidungen und zur Prognose beitragen.

Fragen an Ihren Arzt

  • Welche Veränderungen wurden im Stroma meiner Gewebeprobe beobachtet?

  • War ausreichend Stroma vorhanden, um eine Invasion beurteilen zu können?

  • Ist eine weitere Biopsie erforderlich, um den Tumor besser beurteilen zu können?

  • Bedeutet das Vorhandensein von Desmoplasie in meinem Fall, dass es sich um invasiven Krebs handelt?

  • Sind die Stromaveränderungen reaktiv oder stehen sie im Zusammenhang mit einer früheren Behandlung oder Verletzung?

  • Wie beeinflussen die Stromabefunde meine Diagnose oder meinen Behandlungsplan?

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