Mesotheliale Hyperplasie ist eine nicht krebsartige Erkrankung, bei der die Zellen, die die Membranen um die Lunge, den Bauch, das Herz oder die Hoden auskleiden – genannt Mesothelzellen– beginnen, stärker als gewöhnlich zu wachsen oder sich zu vermehren. Diese Membranen werden als Pleura (um die Lunge), Peritoneum (um die Bauchorgane), Perikard (um das Herz) und Tunica vaginalis (um die Hoden) bezeichnet.
Der Begriff "Hyperplasie” bedeutet eine Zunahme der Zellzahl. Bei der Mesothelhyperplasie erscheinen die Zellen dichter oder dicker als normal. Sie sind jedoch immer noch gutartig (nicht krebsartig) und zeigen nicht das destruktive Wachstum, das bei Krebsarten wie Mesotheliom.
Mesotheliale Hyperplasie entsteht, wenn die Mesothelien-Auskleidung gereizt, entzündet oder verletzt ist. Das erhöhte Zellwachstum ist ein reaktiv Prozess, d. h., es geschieht als Reaktion auf eine andere zugrunde liegende Erkrankung und ist keine eigenständige Krankheit.
Häufige Ursachen für Mesothelhyperplasie sind:
Entzündung oder Infektion: Erkrankungen wie Lungenentzündung, Bauchfellentzündung oder Virusinfektionen können die Mesothelschleimhaut reizen.
Flüssigkeitsansammlung (Erguss): Anhaltende oder blutige Flüssigkeit in der Brust oder im Bauchraum kann das Wachstum von Mesothelzellen stimulieren.
Trauma oder Operation: Die Heilung nach einem chirurgischen Eingriff oder einer Verletzung kann zu Hyperplasie führen.
Tumoren oder Zysten in der Nähe: Ein benachbarter Tumor or Zyste kann die Mesotheloberfläche reizen.
Herz- oder Lebererkrankungen: Auch Erkrankungen, die eine langfristige Flüssigkeitsansammlung verursachen, können zu reaktiven Mesothelveränderungen führen.
Die Mesothelhyperplasie verschwindet häufig, sobald die zugrunde liegende Reizung oder Flüssigkeitsansammlung abgeklungen ist.
Unter dem Mikroskop erscheint die Mesothelienauskleidung dicker und kann mehrere Zellschichten anstelle der üblichen einzelnen Schicht aufweisen. Die Zellen selbst sehen normal aus, mit glatten, runden Kerne und klare Grenzen. Manchmal können sie kleine Cluster bilden oder papillär (fingerartige) Vorsprünge, aber sie überfallen das umgebende Gewebe.
Pathologen kann das Erscheinungsbild als „reaktive Mesotheliale Hyperplasie“ beschreiben, um zu betonen, dass es sich um eine gutartige Reaktion auf Reizung handelt. Dieser Befund kann ähnlich aussehen wie frühe Mesotheliom, daher werden manchmal spezielle Tests durchgeführt, um zu bestätigen, dass die Veränderungen reaktiv und nicht bösartig sind.
Da beide Erkrankungen den gleichen Zelltyp betreffen, unterscheidet man zwischen benigner Mesothelialhyperplasie und maligner Mesotheliom kann eine Herausforderung sein, insbesondere wenn nur ein kleiner Biopsie ist verfügbar.
Um die Unterscheidung zu erleichtern, können Pathologen Immunhistochemie or Molekulare Tests, die bestimmte Proteine oder genetische Veränderungen innerhalb der Zellen erkennen.
Zu den Tests, die die Diagnose einer Mesothelhyperplasie unterstützen, gehören:
BAP1: Beibehaltener (normaler) Ausdruck der BAP1 Protein unterstützt einen reaktiven Prozess, während der Verlust von BAP1 Mesotheliom unterstützt.
MTAP und p16 (CDKN2A): Normale Ergebnisse deuten auf Hyperplasie hin; Verlust oder Deletion sprechen für ein Mesotheliom.
Calretinin, WT1 und Zytokeratin 5/6: Diese Marker bestätigen, dass die Zellen mesothelialen Ursprungs sind, weisen jedoch allein nicht auf eine Malignität hin.
Das wichtigste Merkmal, das die Mesotheliale Hyperplasie vom Mesotheliom unterscheidet, ist die Invasion von Zellen in das darunterliegende Gewebe. Bei der Mesothelialen Hyperplasie liegt keine Invasion vor.
Nein. Mesotheliale Hyperplasie ist eine gutartig und reversibler Zustand. Die zusätzlichen Zellen sind Teil der normalen Heilungs- oder Reparaturreaktion des Körpers. Sobald die Ursache der Reizung oder Entzündung behandelt wird, normalisiert sich die Mesothelschicht normalerweise wieder.
Da es jedoch ähnlich aussehen kann wie frühe Mesotheliom, kann Ihr Arzt Folgeaufnahmen oder in seltenen Fällen eine erneute Biopsie empfehlen, um sicherzustellen, dass der Prozess reaktiv ist und nicht maligne.
Wenn in Ihrem Pathologiebericht eine mesotheliale Hyperplasie oder eine reaktive mesotheliale Hyperplasie erwähnt wird, bedeutet dies, dass:
Die Zahl der Zellen, die die Membran auskleiden, hat zugenommen.
Die Zellen erscheinen gutartigohne Beweise für Invasion oder Krebs.
Die Änderungen sind wahrscheinlich auf eine zugrunde liegende Ursache zurückzuführen, wie z. B. Entzündung, Infektion oder Flüssigkeitsansammlung.
Der Bericht kann auch die Ergebnisse beschreiben von immunhistochemisch Tests, die einen gutartigen, reaktiven Prozess unterstützen.
Die Prognose ist ausgezeichnet. Sobald die zugrunde liegende Ursache identifiziert und behandelt wurde, normalisiert sich die Mesothelschicht in der Regel wieder. Aus der Mesothelhyperplasie entwickelt sich kein Mesotheliom oder andere Krebsarten.
Was könnte in meinem Fall die Mesothelhyperplasie verursacht haben?
Benötige ich Folgeuntersuchungen oder eine erneute Biopsie?
Wie wird meine Grunderkrankung (z. B. Flüssigkeitsansammlung oder Entzündung) behandelt?