SDHB: Definition

Von Pathologen geprüft am:
9. Januar 2026


SDHB steht für Succinatdehydrogenase-Untereinheit B, ein Protein, das von Zellen zur Energiegewinnung gebildet wird. Es ist Teil des Succinatdehydrogenase-(SDH)-Komplexes, einer größeren Proteingruppe, die in den Zellen Nährstoffe in nutzbare Energie umwandelt.

SDHB selbst ist keine Krankheit. Vielmehr handelt es sich um ein normales Protein, das Pathologen untersuchen, da Veränderungen des SDHB-Spiegels mit bestimmten Tumoren in Verbindung gebracht werden können.

Welche Funktion hat der SDH-Komplex?

Der SDH-Komplex spielt eine Rolle bei der Energiegewinnung der Zellen aus Sauerstoff und Nährstoffen. Er ist in kleinen Strukturen, den Mitochondrien, tätig, die oft als die „Kraftwerke“ der Zelle bezeichnet werden.

Funktioniert der SDH-Komplex normal, können Zellen effizient Energie produzieren und ihr normales Wachstum regulieren. Funktioniert der SDH-Komplex nicht ordnungsgemäß, können sich in den Zellen abnorme Substanzen anreichern, die die Tumorentwicklung fördern können.

Warum ist SDHB in der Pathologie wichtig?

SDHB ist essenziell, da der Verlust des SDHB-Proteins ein Hinweis darauf sein kann, dass der SDH-Komplex nicht normal funktioniert. Pathologen nutzen SDHB-Tests als Screening-Methode, um Tumoren zu identifizieren, die mit einer SDH-Dysfunktion zusammenhängen könnten.

Der Verlust von SDHB ermöglicht allein keine Diagnose eines spezifischen Tumors, hilft aber, die Möglichkeiten einzugrenzen und kann auf eine zugrunde liegende genetische Ursache hinweisen.

Wie wird SDHB getestet?

SDHB wird am häufigsten getestet mit Immunhistochemie, eine Labortechnik, bei der spezielle Farbstoffe zur Erkennung von Proteinen in Gewebeproben verwendet werden.

  • Eine normale (beibehaltende) SDHB-Expression bedeutet, dass der SDH-Komplex wahrscheinlich normal funktioniert.

  • Der Verlust der SDHB-Expression bedeutet, dass das Protein in Tumorzellen fehlt, was auf eine Funktionsstörung des SDH-Komplexes hindeutet.

Wichtig ist, dass normale, umgebende Zellen in Tumorzellen, in denen SDHB verloren geht, in der Regel weiterhin eine SDHB-Färbung aufweisen. Dieser interne Vergleich hilft Pathologen, das Ergebnis korrekt zu interpretieren.

Welche Tumorarten sind mit einem SDHB-Verlust assoziiert?

Der Verlust der SDHB-Expression wird am häufigsten beobachtet bei:

Nicht alle Tumoren dieser Gruppen weisen einen SDHB-Verlust auf, aber wenn er vorhanden ist, liefert er wichtige diagnostische Informationen.

Bedeutet der Verlust von SDHB, dass der Tumor erblich bedingt ist?

Nicht immer, aber es kann ein Hinweis sein. Der Verlust der SDHB-Expression kann mit erblichen genetischen Erkrankungen, die SDH-Gene betreffen, zusammenhängen. Diese Erkrankungen können das Risiko für die Entwicklung bestimmter Tumore erhöhen.

Aufgrund dieser Möglichkeit empfehlen Ärzte möglicherweise eine genetische Beratung oder einen Gentest, insbesondere wenn ein SDHB-Verlust in einem Tumor festgestellt wird oder wenn in der Familie bereits ähnliche Krebserkrankungen aufgetreten sind.

Warum könnte SDHB in meinem Pathologiebericht erwähnt werden?

SDHB kann erwähnt werden, um zu erläutern, warum ein Tumor auf SDH-Dysfunktion untersucht wurde und welche Ergebnisse dabei erzielt wurden. Im Bericht kann angegeben werden, ob die SDHB-Expression erhalten bleibt oder verloren geht, was die Diagnose und weitere Untersuchungen erleichtert.

Ihr Arzt wird diesen Befund zusammen mit der Art und Lage des Tumors sowie weiteren Testergebnissen interpretieren.

Fragen an Ihren Arzt

  • War die SDHB-Expression in meinem Tumor erhalten oder ging sie verloren?

  • Was sagt dieses Ergebnis über meine Diagnose aus?

  • Benötige ich eine genetische Beratung oder einen Gentest?

  • Hat dieser Befund Auswirkungen auf meinen Behandlungs- oder Nachsorgeplan?

  • Sind meine Familienmitglieder einem erhöhten Risiko ausgesetzt?

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