Verkalkung: Definition



Verkalkung Als Kalzifizierung bezeichnet man die Ansammlung von Kalziumsalzen in Körpergewebe, in dem Kalzium normalerweise nicht in nennenswerten Mengen vorkommt. Kalzium ist zwar für Knochen und Zähne unerlässlich – dort verleiht es ihnen Festigkeit und Struktur –, doch seine Ansammlung in Weichgeweben wie der Brust, Arterien, Lymphknoten oder Organen ist abnormal und kann auf verschiedene Grunderkrankungen hinweisen. Stellt ein Pathologe Kalzifizierungen in einer Gewebeprobe fest, wird dies als beschreibender Befund dokumentiert, der hilft, die Ursache einzugrenzen und die weitere Diagnostik zu steuern.


Wie sieht eine Verkalkung unter dem Mikroskop aus?

A Pathologe identifiziert Verkalkungen durch Untersuchung von mit Hämatoxylin und Eosin (H&E) — die in der Pathologie üblichen Farbstoffe. Unter dem Mikroskop erscheinen Verkalkungen als unregelmäßige Ablagerungen von dichtem, dunkelblauem oder violettem Material, das sich deutlich vom umgebenden Gewebe abhebt. In manchen Fällen führen Pathologen eine spezieller Fleck die sogenannte von-Kossa-Färbung, die Kalziumablagerungen schwarz färbt und deren Identität bestätigt.

Verkalkungen können von winzigen Pünktchen – sogenannten Verkalkungen – reichen. Mikroverkalkungen – bis hin zu größeren, gröberen Ablagerungen, die sich bei der Gewebeentnahme während einer Operation oder -verarbeitung sogar sandig anfühlen können. Mikroverkalkungen sind besonders in der Brustpathologie von Bedeutung, da Radiologen sie auf Mammografien vor einer Biopsie identifizieren und der Pathologe anschließend ihr Vorhandensein und ihre Eigenschaften im Gewebe bestätigt.

Was verursacht Verkalkung?

Es gibt zwei Hauptarten von Verkalkungen, die sich durch ihre Ursache unterscheiden:

  • Dystrophische Verkalkung Die häufigste Form. Sie tritt in geschädigtem, absterbendem oder bereits verletztem Gewebe auf. Das Kalzium stammt aus toten oder absterbenden Zellen, die ihren Inhalt in das umliegende Gewebe abgeben. Dieses Kalzium lagert sich dann in den geschädigten Bereichen ab. Dystrophische Kalzifizierung findet sich in Tumoren (gut- und bösartigen) sowie in Bereichen mit vorangegangenen Verletzungen. Nekrose, chronische Entzündungbei abgeheilten Infektionen (wie z. B. alten Tuberkulosegranulomen) und an der Stelle vorheriger Biopsien oder andere Verfahren. Der Kalziumspiegel im Blut ist bei dystrophischer Kalzifizierung normal – das Kalzium stammt aus lokalen Gewebeschäden, nicht aus dem Blutkreislauf.
  • Metastatische Verkalkung Metastatische Kalzifizierung tritt auf, wenn der Kalziumspiegel im Blut abnorm hoch ist (Hyperkalzämie), wodurch sich Kalzium in ansonsten gesundem Gewebe ablagert. Im Gegensatz zur dystrophischen Kalzifizierung wird die metastatische Kalzifizierung nicht durch lokale Gewebeschäden, sondern durch einen systemischen (den gesamten Körper betreffenden) Kalziumüberschuss verursacht. Sie tritt bei Erkrankungen wie Hyperparathyreoidismus, chronischer Nierenerkrankung und bestimmten Krebsarten auf, die den Kalziumspiegel erhöhen. Am häufigsten sind die Wände der Blutgefäße, die Nieren und die Lunge betroffen.

Wo tritt Verkalkung häufig auf?

Verkalkungen können im gesamten Körper auftreten. Zu den häufigsten und klinisch wichtigen Lokalisationen gehören:

  • Brust Verkalkungen gehören zu den häufigsten Befunden in Mammografien und der Brustpathologie. Ihre Größe, Form und Verteilung helfen Radiologen und Pathologen bei der Beurteilung, ob sie gutartig sind (z. B. im Zusammenhang mit fibrozystischen Veränderungen) oder auf eine verdächtige Läsion hinweisen. Bestimmte Muster von Mikroverkalkungen sind stark mit Brustkrebs oder Krebsvorstufen wie dem duktalen Carcinoma in situ (DCIS) assoziiert.
  • Blutgefäße — Die Verkalkung der Arterienwände (Gefäßverkalkung) ist eine häufige altersbedingte Erscheinung. chronische Entzündungund Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es ist ein Zeichen für eine langjährige Schädigung der Gefäßwand.
  • Lymphknoten — Verkalkte Lymphknoten sind oft ein Anzeichen für eine ausgeheilte Infektion, meist eine alte Tuberkulose oder Pilzinfektion. Sie können auch in Lymphknoten auftreten, die zuvor Krebszellen enthielten.
  • Tumoren Viele Tumorarten können Verkalkungen aufweisen, die der Pathologe neben der Hauptdiagnose vermerkt. Bei einigen Tumorarten – wie beispielsweise dem papillären Schilddrüsenkarzinom, das charakteristischerweise sogenannte Psammomkörperchen enthält – haben Verkalkungen eine spezifische diagnostische Bedeutung.

Was bedeutet der Befund von Verkalkungen in meinem Bericht?

Verkalkungen allein bedeuten nicht zwangsläufig Krebs. Sie sind ein sehr häufiger Befund in pathologischen Proben aller Altersgruppen und deuten meist auf eine frühere Verletzung, eine ausgeheilte Infektion, den Alterungsprozess oder einen gutartigen Prozess hin. Die Bedeutung von Verkalkungen hängt jedoch vollständig davon ab, wo sie gefunden werden, um welche Art es sich handelt und welche anderen Befunde im Bericht vorliegen.

In manchen Fällen – insbesondere in der Brust oder der Schilddrüse – können Lage, Größe und Muster von Verkalkungen wichtige Hinweise zur Unterscheidung zwischen gutartigen und potenziell bösartigen Veränderungen liefern. Ihr Arzt wird den Verkalkungsbefund im Kontext Ihres Pathologieberichts und Ihrer Krankengeschichte interpretieren.

Fragen an Ihren Arzt

  • Welche Art von Verkalkung wurde in meiner Probe festgestellt und was ist die wahrscheinlichste Ursache?
  • Handelt es sich bei der Verkalkung um einen Zufallsbefund oder steht sie im Zusammenhang mit meiner Hauptdiagnose?
  • Sind aufgrund der Verkalkung weitere Untersuchungen oder Nachkontrollen erforderlich?

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