Ihr Pathologiebericht zur Interface-Dermatitis

von Jason Wasserman MD PhD FRCPC und Zuzanna Gorski MD
Juli 21, 2025


Schnittstellendermatitis ist ein Begriff, den Pathologen verwenden, um ein Muster von Hautverletzungen zu beschreiben, das unter dem Mikroskop sichtbar ist. Er bezieht sich auf Entzündung und Schäden, die an der Verbindungsstelle zwischen der äußeren Hautschicht (Epidermis) und der darunterliegenden Schicht (Dermis) auftreten. Dieser Bereich wird als dermoepidermale Verbindung bezeichnet.

Bei der Interface-Dermatitis wird die Entzündung meist dadurch verursacht, dass das körpereigene Immunsystem die Haut angreift. Die Immunzellen richten sich gezielt gegen die Basalzellen, die unterste Zellschicht der Epidermis. Diese Basalzellen tragen normalerweise zur Regeneration der Haut bei, bei einer Interface-Dermatitis sind sie jedoch verletzt oder zerstört und erscheinen oft vakuolisiert (beschädigt und leer) oder fehlen vollständig.

Was verursacht eine Interface-Dermatitis?

Interface-Dermatitis ist keine eigenständige Erkrankung. Sie beschreibt vielmehr ein Reaktionsmuster, das bei verschiedenen Hauterkrankungen auftritt. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes, Dermatomyositis oder Graft-versus-Host-Krankheit.

  • Lichen ruber planus und andere lichenoide (flechtenartige) Hauterkrankungen.

  • Virusinfektionen oder Arzneimittelreaktionen (insbesondere Reaktionen auf Antibiotika oder Medikamente gegen Krampfanfälle).

  • Erythema multiforme, eine Erkrankung, die häufig durch Infektionen oder Medikamente ausgelöst wird.

Einige Arten von kutanem T-Zell-Lymphom, wie z. B. frühe Mykose fungoides, kann auch eine Interface-Dermatitis aufweisen.

Wie sieht eine Interface-Dermatitis unter dem Mikroskop aus?

Unter dem Mikroskop zeigt sich bei Interface-Dermatitis:

  • Schaden an der Basalzellen an der Unterseite der Epidermis. Diese Zellen können blass, geschwollen oder absterbend erscheinen.

  • Entzündungszellen, meistens Lymphozyten (eine Art weißer Blutkörperchen), die sich entlang der dermoepidermalen Verbindung sammeln.

  • Manchmal sind in der Epidermis abgestorbene Hautzellen, sogenannte nekrotische Keratinozyten oder Civatte-Körper, zu sehen.

  • In schwereren Fällen ist die Entzündung so stark, dass die Verbindung zwischen den beiden Hautschichten verdeckt wird.

Es gibt zwei Haupttypen:

  • Zellarme Grenzflächendermatitis: Die Entzündung ist mild und meist auf die dermoepidermale Verbindung beschränkt. Dies kommt häufig bei Erkrankungen wie Lupus oder Dermatomyositis vor.

  • Zellreiche (lichenoide) Grenzflächendermatitis, bei der sich ein dichter Verband von Immunzellen an der Verbindungsstelle ansammelt und sichtbarere Schäden verursacht. Dies kommt häufig bei Lichen ruber planus und einigen Arzneimittelreaktionen vor.

Warum ist Interface-Dermatitis in einem Pathologiebericht wichtig?

Wird bei einer Hautbiopsie eine Interface-Dermatitis festgestellt, erhält der Arzt einen Hinweis auf die mögliche Ursache der Symptome des Patienten. Dies hilft, die Liste der in Betracht zu ziehenden Erkrankungen (Differentialdiagnose) einzugrenzen.

Da viele verschiedene Erkrankungen eine Interface-Dermatitis verursachen können, Pathologe Das Entzündungsmuster, das Vorhandensein abgestorbener oder geschädigter Zellen und weitere mikroskopische Merkmale werden genau untersucht, um die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren. Diese Informationen werden dann mit klinischen Befunden (wie Symptomen und Blutwerten) kombiniert, um eine Diagnose zu stellen.

Welche Erkrankungen sind mit einer Interface-Dermatitis verbunden?

Zu den häufigsten Erkrankungen im Zusammenhang mit einer Interface-Dermatitis zählen:

  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE).

  • Dermatomyositis.

  • Flechtenplanus.

  • Erythema multiforme.

  • Graft-versus-Host-Krankheit.

  • Arzneimittelreaktionen.

  • Pityriasis lichenoides.

  • Virale Exantheme.

  • Frühes kutanes T-Zell-Lymphom (Mycosis fungoides).

Jede Erkrankung weist ihre eigenen klinischen und mikroskopischen Merkmale auf, die dem Pathologen und dem behandelnden Arzt dabei helfen, eine endgültige Diagnose zu stellen.

Fragen an Ihren Arzt

  • Welche Erkrankung verursacht die Interface-Dermatitis in meiner Hautbiopsie?

  • Benötige ich aufgrund dieses Befundes weitere Tests oder eine Behandlung?

  • Gibt es Anzeichen einer Autoimmunerkrankung oder einer Arzneimittelreaktion?

  • Sollte ich die Einnahme von Medikamenten abbrechen, die möglicherweise dazu beitragen?

A+ A A-
War dieser Artikel hilfreich?