A Hamartom ist ein nicht krebsartiges Wachstum, das aus einer abnormalen Mischung normaler Gewebe besteht und typischerweise in dem Körperteil vorkommt, in dem das Wachstum auftritt. Das Wort „Hamartom“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „schiefgehen“ und bezieht sich auf die ungeordnete Entwicklung des Gewebes.
Im Gegensatz zu einem typischen Tumor, das von einer einzelnen Zelle ausgeht, die unkontrolliert zu wachsen beginnt, entsteht ein Hamartom aus reifen, aber ungeordneten Zellen, die zu diesem bestimmten Organ gehören. Man kann es sich als einen kleinen Gewebefleck vorstellen, der sich falsch entwickelt hat, aber nicht schädlich oder krebsartig ist.
Hamartome können sich überall im Körper entwickeln, am häufigsten kommen sie jedoch an den folgenden Stellen vor:
Lunge: Ein Hamartom in der Lunge kann Knorpel, Fett und Bindegewebe enthalten.
Leber: Ein Hamartom in der Leber erscheint oft als kleiner, gut abgegrenzter Knoten aus Leberzellen und Gallengängen.
Nieren: Eine Art Hamartom namens Angiomyolipom besteht aus Blutgefäßen, glatter Muskulatur und Fett.
Skin: Ein Hamartom der Haut kann wie ein Muttermal oder eine kleine Beule aussehen und zusätzliche Talgdrüsen, Haarfollikel oder Blutgefäße enthalten.
Gehirn: Ein Hamartom im Gehirn kann eine Mischung aus Nervenzellen, Gliazellen (Stützzellen) und Blutgefäßen enthalten.
Die meisten Hamartome werden zufällig bei bildgebenden Verfahren, Operationen oder Untersuchungen aus anderen medizinischen Gründen entdeckt.
Das Wort Tumor bedeutet „eine Masse oder Schwellung“ und kann beides beschreiben gutartig (nicht krebsartig) und maligne (krebsartige) Wucherungen. Ein Hamartom ist eine besondere Art von gutartigem Tumor, der sich in mehreren wichtigen Punkten von den meisten anderen Tumoren unterscheidet:
Die Gewebe in einem Hamartom sind für das jeweilige Organ normal, weisen jedoch eine abnormale oder ungeordnete Anordnung auf.
Die Zellen sind ausgereift und gut differenziert, was bedeutet, dass sie wie normale Zellen und nicht wie Krebszellen aussehen und sich auch so verhalten.
Hamartome dringen nicht in benachbarte Gewebe ein oder metastasieren (Ausbreitung) auf andere Teile des Körpers.
Bösartige Tumore hingegen bestehen aus Zellen, die unkontrolliert wachsen, überfallen umliegendes Gewebe und kann sich über das Blut oder das Lymphsystem ausbreiten.
Hamartome sind gutartig und sind normalerweise harmlos. Abhängig von ihrer Größe und Lage können sie jedoch manchmal Probleme verursachen, indem sie auf benachbarte Organe drücken oder deren normale Funktion beeinträchtigen.
Ein Lungenhamartom kann auf einem Röntgenbild als kleiner Fleck erscheinen, verursacht aber normalerweise keine Symptome.
Ein Hirnhamartom, das in der Nähe wichtiger Nerven oder Hirnstrukturen wächst, kann manchmal Krampfanfälle oder andere neurologische Symptome verursachen.
Die meisten Hamartome wachsen sehr langsam und müssen nicht behandelt werden, es sei denn, sie verursachen Symptome oder Komplikationen.
Die genaue Ursache von Hamartomen ist nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass die meisten von ihnen auf geringfügige Entwicklungsfehler zurückzuführen sind, die bei der Gewebebildung vor der Geburt auftreten. Diese Fehler führen dazu, dass die Zellen zwar in einem falschen Muster wachsen, jedoch nicht unkontrolliert oder krebsartig.
Einige Hamartome sind mit genetischen Erkrankungen verbunden, die zur Bildung mehrerer Hamartome in verschiedenen Körperteilen führen. Beispiele hierfür sind:
Cowden-Syndrom: Dieser Zustand wird verursacht durch Mutationen in einem Gen namens PTE und kann zu Hamartomen in der Haut, der Schilddrüse, der Brust und dem Verdauungstrakt führen.
Tuberöse Sklerose: Dieser Zustand wird durch Mutationen in der TSC1 or TSC2 Gene und kann zu Hamartomen im Gehirn, den Nieren, der Lunge und dem Herzen führen.
Die meisten Hamartome sind jedoch sporadisch, das heißt, sie treten zufällig auf und werden nicht vererbt.
Die in einem Hamartom vorkommenden Gewebearten hängen von der Entstehungsregion ab. In jedem Fall sind die Gewebe für das jeweilige Organ normal, weisen jedoch eine ungeordnete Anordnung auf.
Ein Lungenhamartom kann Knorpel, Fett, Bindegewebe und gelegentlich Knochen enthalten.
Ein Nierenhamartom (Angiomyolipom) enthält Blutgefäße, glatte Muskulatur und Fett.
Bei einem Hauthamartom kann es sich um ein übermäßiges Wachstum von Haarfollikeln, Talgdrüsen oder Blutgefäßen handeln.
Ein Hamartom im Gehirn kann eine Mischung aus Neuronen (Nervenzellen), Gliazellen (Stützzellen) und kleinen Blutgefäßen enthalten.
Jedes Hamartom ist einzigartig und spiegelt die spezifischen Gewebe wider, die normalerweise zu diesem Körperteil gehören.
Ein Hamartom wird oft zufällig bei bildgebenden Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT entdeckt. Zur Bestätigung der Diagnose kann der Arzt eine kleine Gewebeprobe entnehmen und unter dem Mikroskop untersuchen.
A Pathologe Die Diagnose wird durch die Identifizierung der Mischung aus reifem, ungeordnetem Gewebe gestellt, das dem Organ eigen ist, aber nicht normal angeordnet ist. Diese Befunde unterscheiden ein Hamartom sowohl von normalem Gewebe als auch von anderen Tumorarten.
Die Prognose ist ausgezeichnet. Hamartome sind gutartig und breiten sich nicht auf andere Körperteile aus. In den meisten Fällen ist keine Behandlung erforderlich. Verursacht das Wachstum Symptome oder Druck auf benachbarte Organe, kann es operativ entfernt werden. Nach der Entfernung kommt es selten zu Rückfällen.
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