Seröses Endometriumkarzinom: Ihren Pathologiebericht verstehen

von Jason Wasserman MD PhD FRCPC
4. März 2026


Seröses Karzinom des Endometriums Es handelt sich um eine aggressive Krebsart, die in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) entsteht. Sie gilt als hochgradiger Tumor, was bedeutet, dass sie im Vergleich zu anderen Arten von Gebärmutterkrebs ein höheres Risiko hat, sich über die Gebärmutter hinaus auszubreiten.

Im Gegensatz zu endometrioides EndometriumkarzinomEndometriumkarzinom, das häufig mit einem Östrogenüberschuss in Verbindung gebracht wird, entwickelt sich typischerweise bei Menschen mit niedrigem Östrogenspiegel. Es entsteht oft auf dem Boden einer dünnen oder atrophisches Endometrium (die natürliche Verdünnung der Gebärmutterschleimhaut, die nach den Wechseljahren auftritt) und kann in einem endometrialer Polyp.

Was sind die Symptome eines serösen Endometriumkarzinoms?

Das häufigste Symptom sind ungewöhnliche vaginale Blutungen, insbesondere nach den Wechseljahren. Manche Frauen bemerken auch einen ungewöhnlichen Ausfluss, der wässrig oder blutig sein kann. Weitere Symptome können Unterleibsbeschwerden, Druckgefühl im Beckenbereich oder Schmerzen sein.

Da Blutungen nach den Wechseljahren nicht normal sind, sollten sie immer ärztlich abgeklärt werden.

Was verursacht ein seröses Endometriumkarzinom?

Die genaue Ursache des serösen Endometriumkarzinoms ist noch nicht vollständig geklärt. Man geht jedoch davon aus, dass es hauptsächlich durch genetische Veränderungen der Endometriumzellen und weniger durch hormonelle Faktoren bedingt ist. Im Gegensatz zum endometrioiden Endometriumkarzinom besteht beim serösen Karzinom in der Regel kein starker Zusammenhang mit einer langfristigen Östrogenexposition.

Zu den Risikofaktoren zählen höheres Alter, Brustkrebs in der Vorgeschichte und/oder die Einnahme von Tamoxifen sowie in manchen Fällen eine vorangegangene Strahlentherapie des Beckenbereichs. Das relative Risiko im Zusammenhang mit Adipositas ist geringer als beim endometrioiden Karzinom des Endometriums. Einige Studien deuten auf einen möglichen Zusammenhang mit BRCA-Genveränderungen in einer Untergruppe der Fälle hin, dieser ist jedoch bei den meisten Patientinnen nicht nachweisbar.

Wie wird diese Diagnose gestellt?

Die Diagnose eines serösen Endometriumkarzinoms beginnt in der Regel mit einer Endometriumuntersuchung. BiopsieBei dieser Untersuchung wird eine kleine Gewebeprobe aus der Gebärmutterschleimhaut entnommen und von einem Pathologen mikroskopisch untersucht.

Wird Krebs diagnostiziert, erfolgt häufig eine Operation zur Entfernung der Gebärmutter und oft auch der Eierstöcke, Eileiter und Lymphknoten. Das entfernte Gewebe wird sorgfältig untersucht, um die Ausbreitung des Tumors, die Eindringtiefe, den Lymphknotenbefall und andere wichtige Merkmale zu bestimmen. Dies ist besonders wichtig bei serösen Karzinomen, da sich dieser Tumor auch bei kleinen Tumoren in der Gebärmutter über die Gebärmutter hinaus ausbreiten kann.

Mikroskopische Merkmale

Unter dem Mikroskop zeigt das seröse Endometriumkarzinom meist papilläre und/oder glanduläre Wachstumsmuster. Papilläres Wachstum bedeutet, dass der Tumor fingerförmige Ausstülpungen bildet, während glanduläres Wachstum unregelmäßige, drüsenartige Hohlräume beschreibt. Manche Tumoren weisen auch ein solides Wachstum auf, bei dem die Tumorzellen schichtweise wachsen.

Die Tumorzellen weisen in der Regel einen ausgeprägten Kernpleomorphismus auf. Das bedeutet, dass die Zellkerne (die Teile der Zelle, die das genetische Material enthalten) sehr groß, unregelmäßig geformt und dunkel angefärbt sind. Mitosen (Zellteilungen) sind oft gut sichtbar und deuten auf ein schnelles Tumorwachstum hin. Nekrosen (Tumorzelltod) können ebenfalls auftreten. Psammomatöse Verkalkungen (kleine, runde Kalziumablagerungen) sind in manchen Fällen zu beobachten.

Ein damit zusammenhängender Befund, das seröse intraepitheliale Endometriumkarzinom, kann vorliegen. Dabei handelt es sich um maligne Zellen, die die Oberfläche der Gebärmutterschleimhaut ersetzen, ohne eindeutig in diese einzudringen. Selbst ohne eindeutige Invasion können sich diese Zellen von der Oberfläche ablösen und sich in extrauterine Bereiche ausbreiten, weshalb dieser Befund als potenziell metastasierend eingestuft wird.

Immunhistochemie

Immunhistochemie Es handelt sich um einen Labortest, der Antikörper verwendet, um spezifische Proteine ​​in Tumorzellen nachzuweisen. Diese Tests helfen, die Diagnose zu bestätigen und das seröse Endometriumkarzinom von anderen Arten von Gebärmutterkrebs zu unterscheiden.

Das seröse Endometriumkarzinom zeigt fast immer eine abnorme (mutationsbedingte) p53-Immunreaktivität. Typischerweise wird die p53-Färbung entweder als diffuse, starke Anfärbung in den meisten Tumorzellen oder als vollständiges Fehlen der Anfärbung in den Tumorzellen beschrieben, was jeweils auf eine zugrunde liegende TP53-Mutation hinweist. Auch die p16-Immunreaktivität ist beim serösen Karzinom typischerweise diffus.

In manchen Fällen können zusätzliche Marker herangezogen werden. Beispielsweise zeigen IMP3 und HMGA2 bei serösen Karzinomen häufig eine diffuse Positivität, und diese Ergebnisse können die Diagnose stützen, wenn die mikroskopischen Merkmale schwer zu interpretieren sind. Im Gegensatz zu hochgradigen endometrioiden Karzinomen ist der Verlust von PTEN, ARID1A, β-Catenin (CTNNB1-Signalweg) oder DNA-Reparaturproteinen bei echten serösen Karzinomen selten.

Diese immunhistochemischen Ergebnisse werden in Ihren Pathologiebericht aufgenommen, da sie zur Bestätigung des Tumortyps beitragen und Einfluss auf die Behandlungsentscheidungen haben können.

FIGO-Klasse

Das FIGO-Gradsystem für endometrioides Endometriumkarzinom basiert hauptsächlich auf dem Ausmaß des soliden Wachstums. Seröses Endometriumkarzinom gilt definitionsgemäß als hochgradig und wird daher üblicherweise nicht in die FIGO-Grade 1, 2 oder 3 eingeteilt.

Bei dieser Tumorart sind die wichtigsten prognostischen und therapeutischen Informationen in der Regel das Stadium und das Vorhandensein spezifischer Hochrisikomerkmale, die an anderer Stelle im Pathologiebericht beschrieben werden.

Biomarker

Biomarker sind Tests, die an Tumorgewebe durchgeführt werden, um das Verhalten einer Krebserkrankung besser zu verstehen und die wirksamsten Behandlungen zu ermitteln. Zu diesen Tests gehören die Immunhistochemie (zum Nachweis spezifischer Proteine ​​in Tumorzellen) und molekulare Untersuchungen (zum Nachweis von DNA-Veränderungen). Nicht alle Biomarker werden in jedem Fall getestet.

Mismatch-Reparaturproteine ​​(MMR)

DNA-Reparaturproteine ​​helfen normalen Zellen, kleine Fehler zu beheben, die während der DNA-Replikation auftreten. Die vier am häufigsten untersuchten Proteine ​​sind MLH1, PMS2, MSH2 und MSH6, die paarweise zusammenarbeiten.

Pathologen untersuchen MMR-Proteine ​​üblicherweise mittels Immunhistochemie. Die Ergebnisse werden entweder als erhaltene Expression (normal) oder als Expressionsverlust (abnormal) angegeben.

Beim serösen Endometriumkarzinom ist der Verlust von DNA-Reparaturproteinen selten. Liegt der Verlust eines oder mehrerer DNA-Reparaturproteine ​​vor, kann dies darauf hindeuten, dass es sich nicht um ein „reines“ seröses Karzinom handelt, sondern um einen Tumor mit gemischten Merkmalen, oder dass ein anderer Tumortyp in Betracht gezogen werden sollte. Der Nachweis eines Verlusts von DNA-Reparaturproteinen kann auch für die Immuntherapie relevant sein und gegebenenfalls eine Untersuchung auf das Lynch-Syndrom veranlassen.

Östrogenrezeptor (ER) und Progesteronrezeptor (PR)

ER und PR sind Proteine, die es Tumorzellen ermöglichen, auf die Hormone Östrogen und Progesteron zu reagieren. Diese Marker werden mittels Immunhistochemie untersucht und als positiv oder negativ angegeben, manchmal ergänzt durch einen Prozentsatz, der angibt, wie viele Tumorzellen den Rezeptor exprimieren.

Beim serösen Endometriumkarzinom ist die ER- und PR-Färbung variabel, und viele Tumoren sind negativ oder nur schwach positiv. Dieses Muster kann helfen, das seröse Karzinom vom niedriggradigen endometrioiden Endometriumkarzinom zu unterscheiden, welches häufig stark ER- und PR-positiv ist.

p53

p53 ist ein Tumorsuppressorprotein, das das Zellwachstum reguliert und DNA-Schäden repariert. Beim serösen Endometriumkarzinom ist p53 aufgrund einer TP53-Mutation meist abnormal. Dies wird üblicherweise als aberrante, mutierte oder abnorme p53-Expression bezeichnet.

Eine abnorme p53-Expression ist ein wichtiges Merkmal, da sie die Diagnose eines serösen Karzinoms unterstützt und mit einem aggressiveren Tumorverhalten einhergeht.

HER2 (ERBB2)

HER2 ist ein Protein, das das Zellwachstum fördert. Einige seröse Endometriumkarzinome produzieren aufgrund einer Amplifikation des ERBB2-Gens (HER2) zu viel HER2.

HER2 wird üblicherweise mittels Immunhistochemie untersucht, und die Ergebnisse werden in der Regel als 0, 1+, 2+ oder 3+ angegeben. Ein Ergebnis von 3+ gilt als positiv. Ein Ergebnis von 2+ gilt als unklar und kann durch weitere Untersuchungen zur Bestätigung einer Genamplifikation ergänzt werden.

HER2 ist wichtig, weil Patientinnen mit rezidivierendem oder fortgeschrittenem HER2-positivem serösem Endometriumkarzinom von einer HER2-gerichteten Therapie zusätzlich zur Chemotherapie profitieren können.

CTNB1

CTNNB1 ist ein Gen, das an Zellsignalisierung und Wachstum beteiligt ist. Mutationen im CTNNB1-Gen treten häufig bei niedriggradigen endometrioiden Karzinomen des Endometriums auf, sind aber bei serösen Endometriumkarzinomen selten.

Wird in einem als seröses Karzinom diagnostizierten Tumor eine CTNNB1-Mutation festgestellt, kann dies, abhängig von den mikroskopischen Befunden und anderen Biomarkern, die Möglichkeit gemischter Tumormerkmale oder einer alternativen Diagnose eröffnen.

KRATZEN

KRAS ist ein Gen, das an Signalwegen beteiligt ist, die das Zellwachstum regulieren. KRAS-Mutationen treten häufiger bei endometrioidem Endometriumkarzinom als bei serösem Karzinom auf, können aber im Rahmen einer umfassenderen molekularen Profilierung auch in einer Untergruppe seröser Karzinome nachgewiesen werden.

Vorhandene KRAS-Mutationen werden als mutiert oder Wildtyp (normal) angegeben. Diese Ergebnisse sind besonders relevant bei fortgeschrittenen Erkrankungen, wenn die molekulare Profilierung zur Erforschung von Behandlungsoptionen eingesetzt wird.

PIK3CA

PIK3CA reguliert Zellwachstum und -überleben. Veränderungen dieses Gens werden beim serösen Endometriumkarzinom beobachtet.

PIK3CA-Mutationen werden als mutiert oder Wildtyp (normal) angegeben. In manchen Fällen können diese Ergebnisse bei der Bewertung zielgerichteter Therapieoptionen berücksichtigt werden, insbesondere bei fortgeschrittener oder rezidivierender Erkrankung.

POLE

POLE-Mutationen treten in einer kleinen Untergruppe von Endometriumkarzinomen auf und sind mit einer exzellenten Prognose verbunden. Sie sind bei echten serösen Karzinomen selten, können aber in Tumoren mit serösen Merkmalen vorkommen.

Wird eine POLE-Mutation festgestellt, kann dies Einfluss darauf haben, wie das Risiko eingeschätzt und wie aggressiv der Tumor behandelt wird.

PTE

PTEN ist ein Tumorsuppressorgen, das das Zellwachstum reguliert. Der Verlust oder die Mutation von PTEN tritt sehr häufig beim endometrioiden Endometriumkarzinom auf, ist aber beim serösen Endometriumkarzinom selten.

Wird ein PTEN-Verlust in einem Tumor mit serösen Merkmalen festgestellt, kann der Pathologe prüfen, ob der Tumor gemischte Merkmale aufweist oder ob ein anderer Tumortyp vorliegt.

TCGA-molekulare Subtypen

Viele Endometriumkarzinome lassen sich anhand umfangreicher Genomstudien, wie beispielsweise denen des Cancer Genome Atlas (TCGA), in vier molekulare Subtypen einteilen. Die oben beschriebenen Biomarker helfen dabei, einen Tumor einer dieser Kategorien zuzuordnen, was wichtige prognostische Informationen liefert.

Die meisten serösen Endometriumkarzinome gehören zum p53-abnormen (erhöhte Kopienzahl) molekularen Subtyp. Diese Gruppe ist mit TP53-Mutationen, genomischer Instabilität und einem aggressiveren Tumorverhalten assoziiert.

POLE-ultramutierte Tumoren sind bei serösen Karzinomen selten, gehen aber mit einer exzellenten Prognose einher. Auch Tumoren mit Defekten in der DNA-Reparatur sind bei echten serösen Karzinomen selten. Die Kategorie „kein spezifisches molekulares Profil“ (NSMP) ist für seröse Karzinome untypisch.

Das Wissen um den molekularen Subtyp eines Tumors hilft Ärzten, die Prognose besser einzuschätzen und die am besten geeignete Behandlung auszuwählen.

Weitere Merkmale, auf die Sie in Ihrem Pathologiebericht achten sollten

Myometriuminvasion

Der Begriff Myometriuminvasion beschreibt, wie tief der Tumor in die Muskelschicht der Gebärmutter eingewachsen ist.

Die Gebärmutter besteht aus einer inneren Schleimhaut (dem Endometrium) und einer dicken äußeren Muskelschicht, dem Myometrium. Wenn sich der Tumor von der Schleimhaut in den Muskel ausbreitet, spricht man von Myometriuminvasion.

Pathologen messen die Invasionstiefe in Millimetern und geben sie häufig als Prozentsatz der Gesamtdicke des Myometriums an. Eine Invasion von weniger als 50 % der Myometriumdicke ist mit einem geringeren Risiko verbunden. Eine Invasion von 50 % oder mehr ist mit einem höheren Risiko einer Lymphknotenmetastasierung verbunden.

Bei serösen Endometriumkarzinomen ist die Myometriuminvasion weiterhin ein wichtiger Faktor für die Stadieneinteilung. Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass sich seröse Karzinome auch bei minimaler oder nicht nachweisbarer Invasion über den Uterus hinaus ausbreiten können.

Diese Messung ist von entscheidender Bedeutung, da sie direkten Einfluss auf das Tumorstadium hat.

Zervikale Stroma-Invasion

Bei einer Invasion des Gebärmutterstromas ist der Tumor vom Gebärmutterkörper in das Stützgewebe des Gebärmutterhalses eingewachsen.

Der Gebärmutterhals ist der untere Teil der Gebärmutter, der mit der Vagina verbunden ist. Wenn der Tumor nur die oberflächliche Schleimhaut des Gebärmutterhalses betrifft, ändert sich das Stadium nicht. Wenn er jedoch in das tiefer liegende Gebärmutterhalsgewebe einwächst, verschlimmert sich das Stadium.

Dieser Befund kann Einfluss auf die Notwendigkeit zusätzlicher Behandlungen wie beispielsweise einer Strahlentherapie haben.

Invasion umliegender Organe oder Gewebe

Die Gebärmutter ist eng mit verschiedenen anderen Organen und Geweben verbunden, wie beispielsweise den Eierstöcken, den Eileitern, der Scheide, der Harnblase und dem Enddarm. Der Begriff „Adnexe“ bezeichnet die Eileiter, die Eierstöcke und die direkt mit der Gebärmutter verbundenen Bänder.

Wenn ein Tumor wächst, kann er sich in jedes dieser Organe oder Gewebe ausbreiten. In solchen Fällen müssen möglicherweise Teile dieser Organe oder Gewebe zusammen mit der Gebärmutter entfernt werden. Ein Pathologe wird diese Organe oder Gewebe gründlich auf Tumorzellen untersuchen, und die Ergebnisse werden in Ihrem Pathologiebericht detailliert aufgeführt.

Beim serösen Endometriumkarzinom ist die Ausbreitung auf das Peritoneum und das Omentum im Vergleich zum endometrioiden Endometriumkarzinom relativ häufig. Das Vorhandensein von Tumorzellen in anderen Organen oder Geweben erhöht das pathologische Tumorstadium und ist mit einer schlechteren Prognose verbunden.

Lymphatische und vaskuläre Invasion

Lymphatische und vaskuläre Invasion bedeutet, dass Tumorzellen in kleinen Lymphgefäßen oder Blutgefäßen zu finden sind.

Lymphgefäße sind Teil des Immunsystems und ermöglichen den Abfluss von Flüssigkeit aus dem Gewebe. Blutgefäße transportieren Blut durch den Körper. Wenn Tumorzellen in diese Gefäße gelangen, haben sie einen Weg, sich zu Lymphknoten oder entfernten Organen auszubreiten.

Pathologen untersuchen diese Kanäle mikroskopisch auf Tumorzellen. Dieser Befund bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Tumor bereits gestreut hat, erhöht aber das Risiko einer Ausbreitung. Daher gilt die lymphatische und vaskuläre Invasion als Hochrisikofaktor und kann Ihren Arzt veranlassen, Ihnen nach der Operation eine zusätzliche Behandlung zu empfehlen.

Die Margen

A Marge Bezeichnet den Rand des bei einer Operation, beispielsweise einer Hysterektomie, entfernten Gewebes. Nach dem Eingriff untersuchen Pathologen die Geweberänder mikroskopisch auf verbliebene Krebszellen. Beim serösen Endometriumkarzinom werden mehrere spezifische Ränder sorgfältig beurteilt:

  1. Zervixrand: Dies ist die Grenze, an der die Gebärmutter auf den Gebärmutterhals trifft. Pathologen untersuchen diesen Rand, um festzustellen, ob sich der Krebs in den Gebärmutterhals oder darüber hinaus ausgebreitet hat.

  2. Vaginalstumpfrand: Wenn der obere Teil der Vagina zusammen mit der Gebärmutter entfernt wird, überprüft der Pathologe den Vaginalstumpfrand, um sicherzustellen, dass sich am Operationsrand keine Krebszellen befinden.

  3. Parametriumrandung: Diese Randzone umfasst das Gewebe um die Gebärmutter herum, einschließlich Bänder und Bindegewebe. Sie wird untersucht, um festzustellen, ob sich der Krebs in diese Bereiche ausgebreitet hat.

  4. Peritonealrand: Wenn das Peritoneum (die Auskleidung der Bauchhöhle) entfernt wird, wird es auf Krebszellen in diesem Bereich untersucht.

Wenn an einem der Resektionsränder Krebszellen gefunden werden, spricht man von einem positiven Resektionsrand. Dies kann bedeuten, dass nach der Operation Tumorzellen zurückgeblieben sind. Ein negativer Resektionsrand bedeutet, dass an den Rändern keine Krebszellen gefunden wurden, was darauf hindeutet, dass der Tumor vollständig entfernt wurde. Tumorfreie Resektionsränder sind wichtig, um das Risiko eines Rezidivs zu verringern. Positive Resektionsränder können zu Empfehlungen für zusätzliche Behandlungen, wie z. B. eine Strahlentherapie, führen.

Lymphknoten

Lymphknoten Lymphknoten sind kleine, bohnenförmige Strukturen im Lymphsystem, die bei der Bekämpfung von Infektionen und dem Abtransport von Abfallstoffen aus dem Körper helfen. Sie enthalten Immunzellen, die die Lymphflüssigkeit filtern, während diese durch die Lymphgefäße fließt, und schädliche Substanzen wie Bakterien oder Krebszellen abfangen.

Beim serösen Endometriumkarzinom werden die Lymphknoten sorgfältig untersucht, da diese Krebsart ein höheres Risiko birgt, sich über die Gebärmutter hinaus auszubreiten. Während der Operation werden Lymphknoten aus dem Becken und gegebenenfalls aus dem Bauchraum entnommen und an einen Pathologen geschickt. Jeder Lymphknoten wird mikroskopisch auf Metastasen untersucht, also auf Krebszellen, die sich von der Gebärmutter ausgebreitet haben.

Die Untersuchung der Lymphknoten ist wichtig, um das Stadium der Krebserkrankung zu bestimmen, die Behandlung festzulegen und die Prognose einzuschätzen. Werden Krebszellen in den Lymphknoten gefunden, kann Ihr Arzt Ihnen zusätzliche Behandlungen wie Chemotherapie, Strahlentherapie oder zielgerichtete Therapie empfehlen.

Isolierte Tumorzellen (ITCs)

Pathologen verwenden den Begriff „isolierte Tumorzellen“, um eine Gruppe von Tumorzellen mit einem Durchmesser von 0.2 mm oder weniger zu beschreiben, die in einem Lymphknoten gefunden werden. Werden in allen untersuchten Lymphknoten ausschließlich isolierte Tumorzellen gefunden, entspricht dies dem pathologischen Lymphknotenstadium pN1mi.

Mikrometastasen

Mikrometastasen sind Ansammlungen von Tumorzellen mit einer Größe von 0.2–2 mm, die in einem Lymphknoten gefunden werden. Werden in allen untersuchten Lymphknoten ausschließlich Mikrometastasen gefunden, entspricht dies dem pathologischen Lymphknotenstadium pN1mi.

Makrometastasen

Als Makrometastasen bezeichnet man eine Ansammlung von Tumorzellen mit einem Durchmesser von mehr als 2 mm in einem Lymphknoten. Makrometastasen sind mit einer schlechteren Prognose verbunden und führen häufig zu Empfehlungen für eine zusätzliche Behandlung.

Pathologisches Stadium (pTNM)

Die pathologische Stadieneinteilung des serösen Endometriumkarzinoms basiert auf dem TNM-System, einem international anerkannten System des American Joint Committee on Cancer. Dieses System verwendet Informationen über den Primärtumor (T), die Lymphknoten (N) und Fernmetastasen (M), um das vollständige pathologische Stadium (pTNM) zu bestimmen. Ihr Pathologe untersucht das eingesandte Gewebe und ordnet jedem Teil eine Nummer zu.

Im Allgemeinen bedeutet eine höhere Zahl eine fortgeschrittenere Erkrankung und eine schlechtere Prognose.

Tumorstadium (pT) für endometriales seröses Karzinom

Das seröse Endometriumkarzinom wird anhand der Tiefe der Myometriuminvasion und des Wachstums des Tumors außerhalb der Gebärmutter in ein Tumorstadium zwischen T1 und T4 eingeteilt.

  • T1 – Der Tumor betrifft nur die Gebärmutter.

  • T2 – Der Tumor ist so weit gewachsen, dass er das Zervixstroma miteinbezieht.

  • T3 – Der Tumor ist durch die Gebärmutterwand gewachsen und befindet sich nun auf der äußeren Oberfläche der Gebärmutter, ODER er hat sich auf die Eileiter oder Eierstöcke ausgebreitet.

  • T4 – Der Tumor ist direkt in die Harnblase oder den Dickdarm eingewachsen.

Nodales Stadium (pN) bei endometrialem serösem Karzinom

Basierend auf der Untersuchung der Lymphknoten aus dem Becken und dem Bauchraum wird das seröse Endometriumkarzinom in die Stadien N0 bis N2 eingeteilt.

  • N0 – In keinem der untersuchten Lymphknoten wurden Tumorzellen gefunden.

  • N1mi – In mindestens einem Lymphknoten des Beckens wurden Tumorzellen gefunden, jedoch war der Bereich mit Krebszellen nicht größer als 2 Millimeter (nur vereinzelte Krebszellen oder Mikrometastasen).

  • N1a – In mindestens einem Lymphknoten des Beckens wurden Tumorzellen gefunden, und der Bereich mit Krebszellen war größer als 2 Millimeter (Makrometastasierung).

  • N2mi – Tumorzellen wurden in mindestens einem Lymphknoten außerhalb des Beckens gefunden, jedoch war der Bereich mit Krebszellen nicht größer als 2 Millimeter (nur vereinzelte Krebszellen oder Mikrometastasen).

  • N2a – Es wurden Tumorzellen in mindestens einem Lymphknoten außerhalb des Beckens gefunden, und der Bereich mit Krebszellen war größer als 2 Millimeter (Makrometastasierung).

  • NX – Es wurden keine Lymphknoten zur Untersuchung eingesandt.

FIGO-Bühne

Das FIGO-Staging-System, entwickelt von der Internationalen Föderation für Gynäkologie und Geburtshilfe, ist eine standardisierte Methode zur Klassifizierung von Endometriumkarzinomen anhand ihres Ausbreitungsstadiums. Dieses System ist wichtig, da es Ärzten hilft, das Ausmaß des Tumors zu bestimmen, eine geeignete Behandlung zu planen und die Prognose (den wahrscheinlichen Krankheitsverlauf) einzuschätzen.

  • Stadium I: Der Krebs ist auf die Gebärmutter beschränkt.
    • IA: Der Krebs ist auf das Endometrium beschränkt oder hat sich weniger als bis zur Hälfte in das Myometrium ausgebreitet.
      Prognose: Tumoren im Stadium IA haben eine ausgezeichnete Prognose und können mit hoher Wahrscheinlichkeit allein durch eine Operation erfolgreich behandelt werden.
    • IB: Der Krebs hat bereits mehr als die Hälfte des Myometriums befallen.
      Prognose: Obwohl Stadium IB fortgeschrittener ist als Stadium IA, ist die Prognose im Allgemeinen gut, insbesondere bei rechtzeitiger Behandlung.
  • Stadium II: Der Krebs hat sich von der Gebärmutter bis zum Gebärmutterhals ausgebreitet, ist aber noch nicht über die Gebärmutter hinausgegangen.
    Prognose: Bei Krebserkrankungen im Stadium II ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass zusätzliche Behandlungen wie Bestrahlung oder Chemotherapie erforderlich sind, aber viele Patienten haben bei angemessener Behandlung dennoch eine günstige Prognose.
  • Stadium III: Der Krebs hat sich über die Gebärmutter hinaus ausgebreitet, befindet sich aber noch im Beckenbereich.
    • IIIA: Der Krebs hat sich auf die äußere Oberfläche der Gebärmutter oder auf nahegelegenes Gewebe ausgebreitet.
    • IIIB: Der Krebs hat sich auf die Vagina oder die Beckenwand ausgebreitet.
    • IIIC: Der Krebs hat sich auf die Lymphknoten ausgebreitet.
      Prognose: Tumoren im Stadium III sind fortgeschrittener und erfordern häufig eine Kombination aus Operation, Bestrahlung und Chemotherapie. Die Prognose ist vorsichtiger, aber die Behandlung kann in vielen Fällen dennoch erfolgreich sein.
  • Stadium IV: Der Krebs hat sich auf entfernte Organe wie Blase, Darm oder Lunge ausgebreitet.
    • IVA: Der Krebs hat sich auf nahegelegene Organe wie die Blase oder den Enddarm ausgebreitet.
    • IVB: Der Krebs hat sich auf entfernte Organe wie die Lunge oder die Leber ausgebreitet.
      Prognose: Krebserkrankungen im Stadium IV sind am weitesten fortgeschritten und weisen eine ungünstigere Prognose auf. Die Behandlung konzentriert sich in diesem Stadium in der Regel auf die Linderung der Symptome und die Verlangsamung des Krankheitsverlaufs.

Fragen an Ihren Arzt

  • In welcher Phase befinde ich mich?

  • War der Tumor auf die Gebärmutter beschränkt oder hatte er sich über die Gebärmutter hinaus ausgebreitet?

  • Wie tief ist der Tumor in das Myometrium eingedrungen?

  • Waren Lymphknoten betroffen?

  • Lag eine lymphatische und vaskuläre Invasion vor?

  • War der p53-Wert abnormal und wurde ein HER2-Test durchgeführt?

  • Beeinflussen meine Biomarker-Ergebnisse die Behandlungsmöglichkeiten?

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