BRUDER ist ein Gen, das Anweisungen zur Herstellung des BRAF-Proteins gibt, eines Enzyms, das das Zellwachstum und die Zellteilung steuert. Das BRAF-Protein ist Teil eines Signalsystems in der Zelle, das als MAPK/ERK-Signalweg bekannt ist und normalerweise als Schalter fungiert, der Zellen anweist, wann sie wachsen und wann sie aufhören sollen.
In gesunden Zellen wird dieser Signalweg nur bei Bedarf ein- und ausgeschaltet. Mutationen (Veränderungen) im BRAF-Gen können dazu führen, dass das Protein ständig eingeschaltet bleibt. Dies führt dazu, dass Zellen zu schnell wachsen und sich teilen, was zu Krebs führen kann.
Die häufigste BRAF-Mutation heißt V600E. Bei dieser Mutation wird ein Baustein des Gens (die Aminosäure Valin, kurz „V“) durch einen anderen (Glutaminsäure, kurz „E“) an Position 600 ersetzt. Diese kleine Veränderung macht das BRAF-Protein dauerhaft aktiv. Andere, weniger häufige BRAF-Mutationen wie V600K und V600R können ebenfalls bei Krebs auftreten.
BRAF-Mutationen kommen bei verschiedenen Krebsarten vor. Die genaue Häufigkeit hängt von der Krebsart ab:
Melanom: Etwa 50 bis 60 Prozent der Haut Melanome tragen eine BRAF-Mutation, am häufigsten die V600E-Mutation. Andere Mutationen wie V600K oder V600R sind seltener.
Darmkrebs: Etwa 5 bis 10 Prozent der kolorektalen Karzinome weisen eine BRAF-Mutation auf, typischerweise die Variante V600E. Diese Tumoren weisen oft weitere Besonderheiten auf, wie z. B. Mikrosatelliteninstabilität (MSI) und das Fehlen von KRAS-Mutationen.
Papilläres Schilddrüsenkarzinom: BRAF-Mutationen finden sich bei etwa 40 bis 50 Prozent der papilläre Schilddrüsenkarzinome, was es zu einer der häufigsten genetischen Veränderungen bei dieser Art von Schilddrüsenkrebs macht.
Nichtkleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC): BRAF-Mutationen sind bei Lungenkrebs seltener und werden bei etwa 1 bis 3 Prozent der Lungenadenokarzinome.
Haarzellleukämie: Mehr als 95 Prozent der Patienten mit Haarzellenleukämie haben eine BRAF V600E-Mutation. Diese Mutation gilt als definierendes Merkmal der Krankheit.
Pathologen kann mit verschiedenen Labormethoden auf BRAF-Mutationen testen:
IHC ist ein Test, der Antikörper verwendet, um Proteine in Zellen zu erkennen. Wenn das BRAF-Gen mutiert ist, kann das von ihm produzierte abnormale Protein manchmal mit diesem Test identifiziert werden.
PCR ist ein Test, der den genetischen Code eines Gens liest, um nach bestimmten Mutationen zu suchen. Wenn eine Mutation gefunden wird, kann Ihr Pathologiebericht diese als „erkannt“ oder „positiv“ beschreiben und Details darüber liefern, wo im Gen die Mutation aufgetreten ist. Wenn keine Mutation gefunden wird, wird sie als „nicht erkannt“ oder „negativ“ gemeldet.
NGS ist eine fortschrittlichere Methode, die mehrere Gene gleichzeitig untersucht, darunter auch BRAF. NGS kann häufige und seltene Mutationen erkennen. Wird eine Mutation gefunden, kann Ihr Bericht diese als pathogen (bekanntermaßen krankheitsverursachend) oder wahrscheinlich pathogen beschreiben. Wird keine Mutation festgestellt, wird das Ergebnis im Bericht als negativ beschrieben.
Das Auffinden einer BRAF-Mutation kann für Behandlungsentscheidungen von großer Bedeutung sein. Bei Krebsarten wie Melanomen, Dickdarmkrebs, Schilddrüsenkrebs und Lungenkrebs kann das Vorhandensein einer BRAF-Mutation die Behandlung mit zielgerichteten Therapiemedikamenten ermöglichen, die das abnorme Protein gezielt blockieren. Diese Therapien sind oft wirksamer und verursachen weniger Nebenwirkungen als herkömmliche Chemotherapien.
Wurde mein Tumor auf BRAF-Mutationen getestet?
Falls eine BRAF-Mutation gefunden wurde, um welchen Typ handelte es sich?
Berechtigt mich die Mutation für eine zielgerichtete Therapie?
Wie wirken sich diese Ergebnisse auf meine Prognose aus?
Benötige ich zusätzliche genetische Tests, wie z. B. NGS, um nach anderen Mutationen zu suchen?